{"id":490,"date":"1970-01-01T00:00:00","date_gmt":"1970-01-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/dee\/1970\/01\/01\/die-neue-infrastruktur-der-welt-europa-vor-chinas-gegenhegemonialem-projekt\/"},"modified":"1970-01-01T00:00:00","modified_gmt":"1970-01-01T00:00:00","slug":"die-neue-infrastruktur-der-welt-europa-vor-chinas-gegenhegemonialem-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/1970\/01\/01\/die-neue-infrastruktur-der-welt-europa-vor-chinas-gegenhegemonialem-projekt\/","title":{"rendered":"Die neue Infrastruktur der Welt: Europa vor Chinas gegenhegemonialem Projekt"},"content":{"rendered":"\n
Die Globalisierung ist ein Opfer ihres eigenen Erfolgs. Ihr gr\u00f6\u00dfter Erfolg, China, will sie durch einen chinesisch gepr\u00e4gten Weltmarkt ersetzen. Nat\u00fcrlich ist Peking keineswegs gegen die Idee eines Weltmarktes an sich. Aber es ist gegen die real existierende Globalisierung, d. h. gegen einen Prozess unter amerikanischer Aufsicht. Dies ist der Hauptgrund f\u00fcr die Rivalit\u00e4t zwischen China und den Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n
Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Um der Krise der \u00dcberakkumulation in den 1970er Jahren zu entkommen, trieben die USA den Aufbau der Globalisierung voran <\/span>1<\/sup><\/a><\/span><\/span>. China, das sich damals inmitten der kapitalistischen Transformation befand, wurde als Lieferant billiger Arbeitskr\u00e4fte Teil dieser Dynamik. Die Gewinne der multinationalen US-Konzerne stiegen, und Chinas Wachstumsrate schnellte in die H\u00f6he. Hinter dieser scheinbar f\u00fcr beide Seiten vorteilhaften Verbindung verbergen sich jedoch Widerspr\u00fcche, die seit den 2000er Jahren offen zu Tage treten.<\/p>\n\n\n\n Nat\u00fcrlich ist Peking keineswegs gegen die Idee eines Weltmarktes an sich. Aber es ist gegen die real existierende Globalisierung, d. h. gegen einen Prozess unter amerikanischer Aufsicht. Dies ist der Hauptgrund f\u00fcr die Rivalit\u00e4t zwischen China und den Vereinigten Staaten.<\/p>Benjamin B\u00fcrbaumer<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n Lange bevor Donald Trump und Xi Jinping an die Macht kamen, wurde China vorgeworfen, ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte zu \u00fcberschwemmen. In der Tat versucht es als guter Sch\u00fcler des Kapitalismus auch, seine inl\u00e4ndischen makro\u00f6konomischen Ungleichgewichte durch die Eroberung ausl\u00e4ndischer M\u00e4rkte zu externalisieren und, noch grundlegender, Infrastrukturen zu schaffen, die diese wirtschaftliche Extraversion beg\u00fcnstigen <\/span>2<\/sup><\/a><\/span><\/span>. Nur dass der Weltmarkt im Gegensatz zur \u00dcberakkumulationskrise der USA in den 1970er Jahren bereits unter der hegemonialen Kontrolle der Vereinigten Staaten stand. Um diese zu \u00fcberwinden, erfordert die von Peking gew\u00fcnschte chinesisch gepr\u00e4gte Neuordnung des globalen Kapitalismus ein gegenhegemoniales Projekt <\/span>3<\/sup><\/a><\/span><\/span>. <\/p>\n\n\n\n \u00dcberschuss im verarbeitenden Gewerbe in % des weltweiten BIP<\/strong><\/p>\n\n\n\n