{"id":472,"date":"2022-12-14T08:20:06","date_gmt":"2022-12-14T08:20:06","guid":{"rendered":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/dee\/2022\/12\/14\/zukunftsmusik\/"},"modified":"2025-02-19T11:06:57","modified_gmt":"2025-02-19T11:06:57","slug":"zukunftsmusik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/12\/14\/zukunftsmusik\/","title":{"rendered":"<em>Zukunftsmusik<\/em>"},"content":{"rendered":"\n<p><em>p. 9-26&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1<\/h2>\n\n\n\n<p>Tausende Werst oder Meilen oder Kilometer \u00f6stlich von Moskau ragte das Skelett einer Radarstation in den Nachthimmel, schwach beleuchtet von den Lampen der Gl\u00fchbirnenfabrik, die immer brannten. Der M\u00e4rz war mild, die Temperatur lag knapp unter null, und den sandigen Boden der Brache bedeckte schmutziger Schnee. Schnee schimmerte auch auf der B\u00f6schung, wo das Flussufer steil abfiel, an den Rundhorizont dahinter waren blasse Sterne projiziert, was h\u00fcbsch aussah, und unten, das wusste Janka, nahm teerschwarz und tr\u00e4ge der Strom alles mit sich, auch die Zeit. Janka setzte sich auf einen Baumstumpf, zog den Rei\u00dfverschluss ihres Parkas hoch und z\u00fcndete sich eine Zigarette an. Ihre Hand roch sauer nach Metall.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Mitte der Nachtschicht war der Vorarbeiter vor die Belegschaft getreten, er hatte ein Transistorradio in die H\u00f6he gehalten, aus dem Chopins Trauermarsch schepperte. Ihr wisst, was das bedeutet, hatte er gerufen und verk\u00fcndet, das sei kein Grund zu verzagen, mehr denn je brauche die Sowjetunion jetzt Licht.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch zwei Stunden bis Sonnenaufgang. Janka warf die Zigarette weg und sah zu, wie sie im kalten Sand vergl\u00fchte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Poltern und Scharren im Korridor riss Matwej Alexandrowitsch aus dem Schlaf. Er fingerte nach der Armbanduhr auf dem Nachttisch, und Gagarin rutschte von seiner Brust. Es war noch nicht einmal halb sechs, und Matwej hoffte, Janka w\u00fcrde nicht sofort ihr Kind wecken, wie sie es gew\u00f6hnlich nach der Nachtschicht tat, das Kind w\u00fcrde pl\u00e4rren und seine morgendlichen Rituale empfindlich st\u00f6ren. Er lauschte und kraulte Gagarin hinter den Ohren. Im vergangenen Jahr war das Fell des alten Katers stumpf geworden, und Matwej hatte schon bef\u00fcrchtet, Gagarin w\u00fcrde sterben, aber der dachte nicht daran.<\/p>\n\n\n\n<p>Matwej Alexandrowitsch stand auf und schaltete das Radio ein. Sie spielten den dritten Satz aus Chopins zweiter Klaviersonate, den Trauermarsch. Er drehte den Ton leiser, stellte sich in Unterw\u00e4sche neben dem Bett auf, stemmte sich auf die Zehenspitzen, was den Beginn seiner t\u00e4glichen gymnastischen \u00dcbungen markierte, da kr\u00e4hte die kleine Kroschka los. Matwej lie\u00df sich auf die Fersen sinken und lauschte. Das Kind verstummte. Damit bestand noch die M\u00f6glichkeit, dass nicht alle erwacht waren und binnen kurzem in der Gemeinschaftsk\u00fcche erscheinen w\u00fcrden. Matwej Alexandrowitsch schl\u00fcpfte in Hausmantel und Pantoffeln, durchma\u00df mit zwei Schritten sein Zimmer und schlich hin\u00fcber. Im Korridor hielt er kurz inne, aus dem Zimmer des Professors kamen Laute, als huste jemand in den Schallbecher einer Tuba.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Herd der Karisen stand ein gro\u00dfer Topf mit Reis und Fleischst\u00fccken. Ohne das Licht anzuschalten, nahm er einen L\u00f6ffel und a\u00df direkt aus dem Topf. Das Fleisch schmeckte zart nach Huhn. Oder war es Schlange? Woher bekamen die Karisen Schlange zum Kochen? Im Erholungspark der Stadt gab es selbst im Sommer nur armselige Blindschleichen. Er a\u00df noch ein paar L\u00f6ffel, wischte sich den Mund an einem fadenscheinigen Handtuch ab und sah sich in der K\u00fcche um, die im matten Schein einer Stra\u00dfenlaterne ihre ferne aristokratische Herkunft erahnen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Sechs Mietparteien lebten unter dem br\u00f6ckelnden Stuck der Gr\u00fcnderzeit, und man ging sich aus dem Weg \u2013 soweit es die Umst\u00e4nde erlaubten. Den Bewohnern der Zimmer am Ende des Korridors begegnete Matwej selten, zum Beispiel den Karisen oder dem alten Professor, der ein so unauff\u00e4lliges Leben f\u00fchrte, dass Matwej seinen Namen immer wieder verga\u00df. Im mittleren Teil des Korridors wirkte die Liebermann, daneben \u2013 im gr\u00f6\u00dften Zimmer von allen \u2013 wohnten die Kosolapijs. Mit den Damen im vorderen Teil der Wohnung hatte Matwej mehr Austausch, ihr Zimmer lag dem seinen gegen\u00fcber.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Matwej Alexandrowitsch legte den L\u00f6ffel in einen Zuber mit schmutzigem Besteck und Geschirr. Die mangelnde Sauberkeit war ein immerw\u00e4hrendes und erm\u00fcdendes Thema in der Kommunalka, aber am Ende r\u00e4umten die Karisen auf. Wann sie das taten, wusste niemand, noch nie hatte sie jemand dabei beobachtet, nur manchmal, mitten in der Nacht, meinte Matwej Alexandrowitsch, er h\u00f6re die Karisen mit Kehrschaufel, Mopp und Besen hantieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenan lie\u00df Janka das Badewasser rauschen, was seine Rasur auf unbestimmte Zeit verschob.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein elektrischer Blitz an der Oberleitung des vor\u00fcberfahrenden Siebzehner Busses erhellte das Gesicht Michail Potapitsch Toptigins, der als Spardose auf dem gro\u00dfen Regal thronte. Die Bewohner der Kommunalka waren aufgerufen, dem B\u00e4ren w\u00f6chentlich einige M\u00fcnzen f\u00fcr gemeinschaftliche Anschaffungen von Kernseife oder Toilettenpapier zwischen die Augen zu stecken. Michail Potapitsch Toptigin hatte stets einen leeren Bauch, aber wiederum wie von Zauberhand wurden die Vorr\u00e4te erg\u00e4nzt, wenn es n\u00f6tig war. Da sollte noch mal jemand \u00fcber ihr System schimpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Matwej Alexandrowitsch schaute hinaus. Nur ein einziges Fenster in der Stra\u00dfe war erleuchtet, die Menschen schliefen wie Schafe. Im Schein einer brennenden Zimmerlampe jedoch lagen vielleicht zwei im Liebesspiel vereint auf dem Sofa, strotzend vor Gesundheit knufften und k\u00fcssten sie sich bis zum Sonnenaufgang. Matwej Alexandrowitsch seufzte und erschrak, weil sein Seufzen in der K\u00fcche so unheimlich widerhallte. Er seufzte noch einmal, diesmal leiser. Er brummte ein wenig, knurrte, summte, summte lauter, dann sang er:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Unsterbliche Opfer,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>ihr sanket dahin,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>wir stehen und weinen,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>voll Schmerz, Herz und Sinn.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ihr k\u00e4mpftet und starbet<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>f\u00fcr kommendes Recht,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>wir aber, wir trauern,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>der Zukunft Geschlecht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wo sollen sich denn in unserer K\u00fcche die unsterblichen Opfer versteckt haben, verehrter Matwej Alexandrowitsch?<\/p>\n\n\n\n<p>Er fuhr herum. Vor ihm stand Maria Nikolajewna im zartrosa Morgenrock, und ob es einfach eine \u00dcbersprungshandlung war oder ob es die blonden Locken waren, die Maria Nikolajewna auf die Schultern fielen, blonde Locken, die bei Tage stets zu einem strengen Knoten gesteckt waren, oder ob es der Kragen ihres Nachthemdes war, der unter dem Revers des Morgenrockes hervorschaute, wusste er sp\u00e4ter nicht mehr, jedenfalls lie\u00df er sich dazu hinrei\u00dfen, Maria Nikolajewna an den Schultern zu packen und ihr die n\u00e4chste Strophe des Liedes ins Gesicht zu schmettern, als g\u00e4be es kein Morgen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Einst aber,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>wenn Freiheit den Menschen erstand<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>und all euer Sehnen Erf\u00fcllung fand:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dann werden wir k\u00fcnden,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>wie ihr einst gelebt,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>zum H\u00f6chsten der Menschheit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>empor nur gestrebt!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Matwej, beruhigen Sie sich. Ich mache uns einen Tee. Es gibt auch Schokoladenkonfekt, eigens verwahrt f\u00fcr den Geburtstag meiner Mutter, aber Sie scheinen es gerade n\u00f6tiger zu haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte ich gewusst, dass ein patriotisches Lied mich in den Genuss Ihrer Anwesenheit und in den von Schokoladenkonfekt bringt, h\u00e4tte ich diese Ma\u00dfnahme l\u00e4ngst ergriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Nikolajewna schaltete das Licht ein und machte sich an ihrem Herd zu schaffen. Matwej Alexandrowitsch betrachtete ihre Fesseln, von denen ein schmaler wei\u00dfer Streifen zwischen dem Saum ihres Morgenrockes und den kunstfellbesetzten Stulpen ihrer Pantoffeln zu sehen war. Er lie\u00df sich auf einen Stuhl sinken. Kein Gestirn, keine Sonne hatte das Recht, so weit in die Umlaufbahn der anderen einzudringen, dass es zu den unabsehbaren Folgen kam, die sich nun in der schrecklichen Unordnung seiner Gedanken ausdr\u00fcckten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen Sie, Maria Nikolajewna, jeder Mensch lebt in seiner eigenen, abgeschlossenen Welt, das ist ein h\u00f6heres Gesetz und erscheint mir somit recht und billig. Aber Ihre Tochter Janka lebt in einem besonders fremden und weit entfernten Kosmos, und darf sie deshalb, wenn sie fr\u00fchmorgens von der Nachtschicht kommt, so egoistisch sein, dass sie sofort ihr Kind weckt, das dann mit seinem Geplapper und Gepl\u00e4rr die ganze Kommunalka aus dem Schlaf rei\u00dft?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schei\u00dfleben haben wir, sagte Maria Nikolajewna. Sie reichte Matwej eine Tasse Tee, setzte sich zu ihm an den Tisch und beugte sich \u00fcber die Schachtel mit dem Konfekt. Im selben Augenblick stellte sie offenbar fest, dass dieser Satz, den sie oft und gern sagte, gerade gar nicht passte. Wohl daher f\u00fcgte sie schnell hinzu: Und nicht mehr lange, dann wird es auch wieder Fr\u00fchling, und die Birken bekommen kleine gr\u00fcne Bl\u00e4ttchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die B\u00e4ume betrifft, so sage ich Ihnen, dass, wenn Sie von der Beschaffenheit der Rinde einer Eberesche, einer Erle oder eben von der Farbe des Blattes einer Birke sprechen, ich mich von Ihnen angesprochen f\u00fchle, als g\u00e4lte Ihre Ansprache nicht den B\u00e4umen, sondern mir. Ich f\u00fchle mich geschmeichelt von der Z\u00e4rtlichkeit Ihrer Worte \u00fcber die B\u00e4ume, die so stumm und erhaben ihr Dasein fristen. Ich sage Ihnen noch etwas, aber bitte lachen Sie mich nicht aus: Mein junges Ich konnte sich vor drei\u00dfig Jahren nicht vorstellen, dass es einst beim Gedanken an eben diese B\u00e4ume in Schwermut versinken w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Nikolajewna g\u00e4hnte laut und breit und sch\u00f6n, erhob sich, nahm den Wasserkessel vom Herd, schob die W\u00e4sche, die an mehreren, durch die gesamte K\u00fcche gespannten Leinen hing, beiseite und fragte schlie\u00dflich gedankenverloren: B\u00e4ume, sagten Sie? Sie lesen zu viel Turgenjew.<\/p>\n\n\n\n<p>Im hinteren Teil der Wohnung wurde ein Radio eingeschaltet, es erklangen die letzten Takte von Chopins Trauermarsch, dann intonierte ein Chor: Unsterbliche Opfer, ihr sanket dahin. Das Radio wurde wieder ausgeschaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ja doch, B\u00e4ume, sagte Matwej Alexandrowitsch, der sich pl\u00f6tzlich auch sehr m\u00fcde f\u00fchlte, wenn Sie es w\u00fcnschen, f\u00fchre ich Sie n\u00e4chsten Sonntag zu einem Spaziergang in den Erholungspark aus und zeige sie Ihnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht doch, Matwej, das m\u00fcssen Sie nicht, denn wer wei\u00df, ob die B\u00e4ume dieser Tage nicht auch trauern und ein ganz kl\u00e4gliches Bild abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Was meinen Sie, verehrte Maria Nikolajewna?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ja nicht zu \u00fcberh\u00f6ren, dass in Moskau schon wieder einer gestorben ist. \u00dcbrigens, haben Sie die Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sp\u00e4t ist es?<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich halb sieben. Ich glaube nicht, dass die B\u00e4ume trauern, au\u00dfer die Weiden nat\u00fcrlich. Ulmen und Birken sind grunds\u00e4tzlich von fr\u00f6hlichem, von leichtem Gem\u00fct. Eichen sind manchmal etwas ernsthaft, aber Trauer? Um Stalin haben wir getrauert, um Breschnew haben wir getrauert \u2013 und heute?<\/p>\n\n\n\n<p>Maria Nikolajewna sah Matwej Alexandrowitsch lange an und sagte nichts. Dann warf sie vier St\u00fcckchen Zucker in eine weitere Teetasse und r\u00fchrte sorgf\u00e4ltig um.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Tee, Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Warwara Michailowna trat auf, nahm die Tasse, sah ihre Tochter an und sagte, ich werde bald sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Guten Morgen, verehrte Warwara Michailowna, sagte Matwej Alexandrowitsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Warwara Michailowna grunzte zur Antwort und wandte sich wieder ihrer Tochter zu. Wo ist Janka?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie badet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich. Was sonst. Entweder sie badet oder sie schreit.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie schreit nicht, sie singt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer ist gestorben? Sie spielen Chopin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der verehrte Matwej Alexandrowitsch vermutet \u2013&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Solange nichts offiziell verlautbart ist, vermute ich gar nichts!, rief Matwej Alexandrowitsch mit ungew\u00f6hnlicher Heftigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer auch immer gestorben ist, beschwichtigte Maria Nikolajewna, ich muss mich jetzt fertig machen. Bis sp\u00e4ter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcte dich vor den Karisen, sagte Warwara Michailowna.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcte dich vor dir selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor Sie gehen, verehrte Maria Nikolajewna, das Badezimmer ist schon wieder von Ihrer Tochter besetzt. Man muss etwas tun.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und was muss man tun, Matwej? Was schlagen Sie vor?<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleine Kroschka erschien barfu\u00df in der T\u00fcr, Warwara Michailowna nahm sie auf den Scho\u00df und zauberte ein Paar Wollsocken aus ihrem Morgenmantel. Du wirst dich erk\u00e4lten, Kind! Aber das interessiert hier ja niemanden, mein armer Engel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mann muss mit ihr sprechen. Ein Machtwort, verstehen Sie?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich verstehe, Matwej Alexandrowitsch, aber Sie werden nicht derjenige sein. Maria Nikolajewna schob sich an ihm vorbei aus der K\u00fcche und klopfte entschieden gegen die Badezimmert\u00fcr. Janka, komm endlich raus. Sie versuchte, ihrer Stimme einen autorit\u00e4ren Klang zu verleihen. Man h\u00f6rte Janka noch ein paar Takte singen dann schimpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sehen Sie, man kann nichts tun, rief Maria Nikolajewna \u00fcber die Schulter.<\/p>\n\n\n<section class=\"dive print-block my-16\" style=\"background-color:#010617;\">\n\t<div class=\"wrapper\">\n\t\t<div class=\"container mx-auto \">\n\t\t\t<div class=\"row flex flex-wrap relative pt-6 pb-16 lg:py-8\">\n\t\t\t\t<div class=\"col w-full xl:ml-1\/10\n\t\t\t\t\t md:w-2\/5 xl:w-2\/5 \t\t\t\t\t\">\n\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/3466.eu\/de\/\" style=\"color:#FFFFFF;\" class=\"font-display font-normal text-4xl leading-9 mb-5 text-white no-underline\">\n\t\t\t\t\t\t3466\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div style=\"color:#FFFFFF;\" class=\"text-base leading-none font-sans\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p>Der erste Literaturpreis, der jedes Jahr einen bedeutenden europ\u00e4ischen Text auszeichnet.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"mt-12 dive-list\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a  style=\"color:#a29b96;\" class=\"no-underline block border-t border-grey-darker py-2 flex\"\n\t\t\t\t\t\t\t\t   href=\"https:\/\/3466.eu\/de\/nominiert\/\"><span class=\"font-sans font-semibold pr-4\">\u2192<\/span> Nominiert 2022<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a  style=\"color:#a29b96;\" class=\"no-underline block border-t border-grey-darker py-2 flex\"\n\t\t\t\t\t\t\t\t   href=\"https:\/\/3466.eu\/de\/jury\/\"><span class=\"font-sans font-semibold pr-4\">\u2192<\/span> Jury<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a  style=\"color:#a29b96;\" class=\"no-underline block border-t border-grey-darker py-2 flex\"\n\t\t\t\t\t\t\t\t   href=\"https:\/\/3466.eu\/de\/derpreis2022\/\"><span class=\"font-sans font-semibold pr-4\">\u2192<\/span> Preis 2022<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div style=\"color:#FFFFFF;\" class=\"dive-footer font-sans text-xs border-t border-grey-darker py-2 leading-4\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p>Jury: Giuliano da Empoli, Nora Bossong, Andrea Marcolongo, Achille Mbembe, Barbara Cassin, Patrick Boucheron, Galyna Dranenko, Alberto Manguel et Agata Tuszy\u0144ska<\/p>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"col w-full md:w-3\/5 xl:w-2\/5  md:px-0 relative overflow-hidden mt-8 md:mt-0 macron-img\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"!absolute !bg-none w-full h-full pin-t pin-l\" href=\"https:\/\/3466.eu\/de\/\" class=\"no-underline\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" style=\"object-fit: contain; width: 100%; height: 100%;\" src=\"\" \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a> \n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3<\/h2>\n\n\n\n<p>Janka streckte das linke Bein aus dem lauwarmen Wasser und betrachtete ihren Fu\u00df, bewegte ihn kreisend \u2013 ein solider Fu\u00df. Sie schloss die Augen, nur noch f\u00fcnf Minuten hier in der Badewanne liegen. Ihre Glieder waren schwer. Die Schicht war endlos lang gewesen, beleuchtet von abertausend schreiend hellen Gl\u00fchbirnen. Schrauben, begutachten, schrauben, sortieren. Diese Nachtschichten sch\u00e4rften ihr Bewusstsein auf sonderbare Weise, und Janka entwickelte einen Sinn f\u00fcr Bedeutungslosigkeiten. Sie erinnerte sich, wie die Kolleginnen schwatzend in der Pause zusammengestanden hatten, und als sie dazugetreten war, um auch eine Zigarette zu rauchen, hatten sie das Thema gewechselt und sich mit den Augen verst\u00e4ndigt. Wor\u00fcber? Es war bedeutungslos. Die Kolleginnen waren egal. Die Fabrik war egal. Sie konnte schwerelos sein, und sie konnte traurig sein, und sie konnte dumm und gl\u00fccklich sein. Oder sie k\u00f6nnte aufh\u00f6ren \u2013 endlich aufh\u00f6ren \u2013 , sich zu fragen, wie sie sein k\u00f6nnte, oder wie sie sein wollte, oder wie die Welt sie wollte. War sie n\u00fctzlich, oder k\u00e4me die Welt ohne sie aus? Tastend glitt ihre Hand zum Bauch, zur H\u00fcfte, Luftbl\u00e4schen stiegen auf und zersprangen an der Oberfl\u00e4che. Sie tauchte unter und schwamm dem Ufer entgegen, tauchte wieder auf. Alle waren da, Pawel, Olga, Emi, Kostja und Andrej. Emi und Kostja lagen eng umschlungen auf einer Decke und fra\u00dfen sich gegenseitig auf. Olga lallte Verse von Pasternak, Andrej bewachte das Schaschlik \u00fcber der Glut, und Pawel stand am Ufer und hielt nach ihr Ausschau.<\/p>\n\n\n\n<p>Kann mir einer von euch Bastarden mal ein Handtuch reichen, rief sie im eiskalten Wasser stehend, so kalt, dass sich die Fische nach Afrika davongemacht hatten. Pawel lie\u00df Hemd und Hose fallen, rannte mit wedelndem Pimmel auf sie zu und umarmte sie fest. Und du bist jetzt also mein Handtuch, murmelte sie in die warme Kuhle zwischen Hals und Schl\u00fcsselbein. Bin ich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Andrej posierte athletisch mit der Grillzange und stopfte sich ein riesiges St\u00fcck Wei\u00dfbrot in den Mund. Drumherum schimmernde Birken, blitzendes Wasser und eine glei\u00dfende Ahnung, dass der Sommer sein Ewigkeitsversprechen nicht halten w\u00fcrde. Den nackten Pawel an sich klebend, versuchte Janka, von der Stelle zu kommen, durch das Gras zu schlittern wie auf Skiern in nassem Schnee, Schritt um Schritt. Du brichst mir noch das R\u00fcckgrat. Sie kniff ihm in die Eier, endlich lie\u00df er von ihr und fiel tot zu Boden. Andrej warf Janka ihr Hemd zu und grinste.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Singen wir was, Janka?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wen?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Welches Lied willst du singen?<\/p>\n\n\n\n<p>Statt einer Antwort gab er ihr einen Spie\u00df mit verbrannten Zwiebeln und fettem Fleisch, betrachtete ihren kauenden Mund. Die Fettst\u00fccke, die sie verschm\u00e4hte, nahm er und a\u00df sie. Das ist das Beste, und du spuckst es aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Janka lie\u00df noch ein wenig hei\u00dfes Wasser nachlaufen. Wie wunderbar es im Bauch der Wanne war. Alles liegt noch vor mir, lieber Gott, mach, dass ich noch viele M\u00fcnder k\u00fcssen werde, mach, dass meine Lieder geh\u00f6rt werden. Am Abend w\u00fcrde sie ein Konzert in ihrer K\u00fcche geben, ein Kwartirnik, sie allein mit der Gitarre vor zehn, vielleicht zwanzig Leuten. Wenn so viele k\u00e4men, w\u00fcrde es eng werden, und noch immer hatte sie kein anst\u00e4ndiges Instrument. Andrej war vor ein paar Tagen betrunken in ihre Gitarre gestolpert, der Korpus hatte den Tritt \u00fcberstanden, aber die Verbindung von Decke und Zarge war an einer Stelle aufgeplatzt, und der Steg sah aus, als w\u00fcrde er sich bald l\u00f6sen. Andrej hatte seine Verlegenheit feixend \u00fcberspielt, du musst mir dankbar sein, Janka, jetzt klingt es endlich nach Punkmusik.<\/p>\n\n\n\n<p>Pawel w\u00e4re beinahe auf Andrej losgegangen, Janka war dazwischengetreten, Andrej hatte sich verzogen. Pawel hatte versprochen, eine neue Gitarre zu besorgen, war aber jedes Mal mit Ausfl\u00fcchten gekommen: Schwierig zu beschaffen, zu teuer, nicht die Richtige f\u00fcr dich, was ist eigentlich mit Andrejs Gitarre? Er hat sie versetzt. Hat Olga nicht eine? Olga spielt Geige. Janka, ich verspreche dir, zu deinem Konzert hast du eine neue Gitarre. Pawel behauptete sogar, der ber\u00fchmte B. G. sei aus Leningrad angereist und wolle ihr Konzert besuchen. Andrej hielt nichts von B. G., nannte ihn k\u00e4uflich und einen Verr\u00e4ter wegen seiner Freundin aus dem Westen, die angeblich seine Aufnahmen nach Amerika schmuggelte und die ihm von dort eine rote Stratocaster mitgebracht habe. Mit der d\u00fcrfe er nun im Leningrader Rockklub auftreten \u2013 unter den Augen des KGB, aber vor Publikum und auf einer richtigen B\u00fchne. Aber wahrscheinlich war das alles erlogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andrej hatte ihr auch von einer S\u00e4ngerin namens Djagilewa erz\u00e4hlt, die mache nur f\u00fcr sich selbst Musik, der sei es egal, ob man ihre Lieder mochte oder nicht. Aber diese Djagilewa war wahrscheinlich eine Auserw\u00e4hlte, die unerschrocken und mit brennender Seele durch das Land streifte, sich verhaften lie\u00df, gef\u00e4hrliche Liebesabenteuer mit ebensolchen Auserw\u00e4hlten hatte. Auch Jankas Seele sollte brennen, sie wollte brennend lieben, sie wollte brennend geliebt werden. Musste sie daf\u00fcr ihre Finger an der Gitarre blutig spielen wie Andrej? Musste sie wegen \u00f6ffentlicher Ruhest\u00f6rung von der Miliz verhaftet werden wie eine Djagilewa? Janka ging ordentlich zur Arbeit, manchmal sogar gern, denn beim Pr\u00fcfen von Gl\u00fchbirnen konnte sie die Welt vergessen und im Rhythmus der Maschine ihre Lieder komponieren. Bis zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag w\u00fcrde sie ein unvergessliches Lied schreiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wasser wurde langsam kalt. Sie h\u00f6rte Kroschka fr\u00f6hlich plappern. Kroschka, die doch gerade erst an ihrer Brust gelegen und sie selbst in verwirrtes Erstaunen versetzt hatte, dass aus so kleinen Br\u00fcsten so viel Milch schie\u00dfen konnte. Einmal war Janka nachts aufgewacht und hatte das Gef\u00fchl, dass Kroschka neben ihr nicht mehr atmete, dass ihr der Atem abhandengekommen, dass ihr gemeinsames Leben schon zu Ende war, noch bevor es richtig begonnen hatte. Sie hatte sich die kleine ersch\u00f6pfte Lunge vorgestellt und so laut geschrien, dass sie ihren Schrei selbst nicht vernahm. Erst als ihre Mutter und ihre Gro\u00dfmutter aus dem Schlaf hochschreckten und Kroschka mit ihrem d\u00fcnnen Stimmchen in das Geschrei einfiel, war Janka zur Besinnung gekommen und zur\u00fcck in die Kissen gefallen. Du Gans, sie hat doch nur geschlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Janka noch l\u00e4nger in der Wanne bliebe, w\u00fcrde sie es nicht schaffen, Kroschka f\u00fcr den Kindergarten zurechtzumachen und ein paar Minuten mit ihr zu verbringen. Eigentlich sah sie das Kind kaum noch. Manchmal schaute Kroschka sie aus gro\u00dfen Augen an, als wundere sie sich, als best\u00fcnde zwischen dem Kind und Janka ein Missverst\u00e4ndnis. Entschuldigen Sie, kennen wir uns? Sind wir uns irgendwo schon einmal begegnet? Und wenn Janka Kroschka ermahnte, irgendetwas zu tun oder zu lassen, kam es ihr falsch und ungelenk vor, sie meinte sogar, einen Funken Spott im Blick des Kindes zu erkennen. Ob es diesen Spott wirklich gab, wusste sie nicht. Vielleicht hatte sie einfach Angst, dass sie ihrer Tochter nichts bieten konnte. Dann kamen die Gewissensbisse, dass sie der Mutter die Sorge f\u00fcr das Kind \u00fcberlie\u00df, dass sie schlief, wenn ihre Mutter Kroschka in den Kindergarten brachte. Maria wehrte sich nie, sagte nie nein, wagte niemals eine offensive Geste. Manchmal stellte Janka erschrocken fest, dass ihre junge Mutter begann, alt zu werden, sie entdeckte in ihrem Gesicht Z\u00fcge der Gro\u00dfmutter, die leicht zusammengekniffenen Augen, das Zucken im Mundwinkel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Janka stieg aus der Wanne, trocknete sich ab und wischte mit dem Handtuch den beschlagenen Spiegel frei. Sie lachte und betrachtete die Wirkung des Lachens auf ihrem Gesicht. Leuchte, mein Stern, leuchte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">* * *<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/skyway_montebianco6.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"1600\"\n        data-pswp-height=\"1066\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/skyway_montebianco6-330x220.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/skyway_montebianco6-690x460.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/skyway_montebianco6-1340x893.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/skyway_montebianco6-125x83.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<p><em>p.&nbsp;178-186<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">21<\/h2>\n\n\n\n<p>Sie k\u00f6nnte in die Berge verschwinden, wohin sie als Kind mit ihrem Vater zum Zelten fuhr. Dort stiegen sie auf einer Lichtung aus dem Auto, sahen sich um und stellten fest, dass um sie herum keine Menschenseele war. Es gab nur den Wald, einen T\u00fcmpel, den Himmel, der sich zerstreut im Wasser spiegelte. Der Vater baute schweigend das Zelt auf, sie holte Wasser vom Teich, wartete, bis der Vater das Feuer entfacht hatte, damit sie kochen konnte. Sie wusste, f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage hatte sie den Vater ganz f\u00fcr sich allein. Sie w\u00fcrden angeln und durch den Wald streifen, und der Vater w\u00fcrde ihr Geschichten erz\u00e4hlen, und sie w\u00fcrde ernst zuh\u00f6ren und versuchen, keine bl\u00f6den Fragen zu stellen. Nachts liegen sie aneinandergeschmiegt im Zelt und lauschen gespannt auf die Ger\u00e4usche des Waldes, es ist nicht ausgeschlossen, dass sogar B\u00e4ren und Luchse herumstreunen. Die unheimlichsten Ger\u00e4usche machen die Igel. Es h\u00f6rt sich an, als lauere eine Horde r\u00f6chelnder Banditen mit gewetzten Messern vor dem Zelt. Aber sie hat keine Angst, neben dem Vater f\u00fchlt sie sich sicher. Es sind Momente seliger Ereignislosigkeit. Wenn der Vater schon schl\u00e4ft, liegt sie da und malt sich die Zukunft aus. Sie m\u00f6chte von sch\u00f6nen Dingen umgeben sein, und sie m\u00f6chte, dass man sie in Ruhe l\u00e4sst, dass man sie selten anspricht und wenig von ihr fordert. Sie m\u00f6chte gen\u00fcgend Zeit haben, dar\u00fcber nachzudenken, warum sie existiert. Wenn sie diese Gedanken mit dem Vater teilt, lacht er. Ich w\u00fcnsche dir, dass deine Tr\u00e4ume in Erf\u00fcllung gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem gro\u00dfen Gitarrenkoffer in der Hand betrat Pawel das Zimmer, schaute sich um, schloss die T\u00fcr hinter sich, stellte den Gitarrenkoffer ab und setzte sich zu Janka aufs Bett. Er war etwas blass, nur seine Lippen leuchteten rot, als h\u00e4tte er Kirschen gegessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da bist du.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war nicht ganz einfach, ein ziemlicher Wirbel. Wei\u00dft du, Janka, ohne auf Einzelheiten einzugehen, kann ich sagen, dass das Schicksal mich mitleidslos behandelt wie der Sturm ein Schiffchen im Meer, tosende See, hin und her, gr\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>Du bist im falschen St\u00fcck, Pawel. Wirst du mir jetzt auch noch erz\u00e4hlen, dass heute Morgen eine Spinne von ungeheurer Gr\u00f6\u00dfe auf deiner Brust sa\u00df, um mir dann zu sagen, dass es gar keine Spinne gab?<\/p>\n\n\n\n<p>Und du k\u00f6nntest antworten: In sechs Tagen bin ich wieder in Paris. Morgen setzen wir uns in den Kurierzug und sausen los.<\/p>\n\n\n\n<p>Passender w\u00e4re vielleicht: Unser beider Seelen haben kein Gef\u00e4\u00df, in dem sie sich vereinigen k\u00f6nnen. Jeden Tag pilgere ich sechs Werst her und sechs zur\u00fcck, weil ich es aus Liebe zu Ihnen nicht aushalte, aber was erwartet mich jedes Mal: Ihre Gleichg\u00fcltigkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das sagt wer?<\/p>\n\n\n\n<p>Semjon Semjonowitsch Medwedenko zu Mascha.<\/p>\n\n\n\n<p>Warst du in der K\u00fcche, Pawel?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie warten alle auf dich. Die gesamte Kommunalka. Deine Mutter, deine Gro\u00dfmutter und deine Tochter. Irgendwelche Freunde von Andrej und B. G. Andrej hat gerade aufgeh\u00f6rt zu singen, jetzt sitzen alle ganz still und warten auf deinen Aufritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz still ist es, sagst du?<\/p>\n\n\n\n<p>Sogar dieser h\u00e4ssliche Kater sitzt mit gespitzten Ohren da und wartet. Willst du die Gitarre nicht ansehen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Janka blickte auf den Koffer. Nat\u00fcrlich, sagte sie, machte den Koffer aber nicht auf. Es ist nicht still, h\u00f6r doch. Was ist das f\u00fcr ein Ger\u00e4usch?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus wird abgerissen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, so klingt es nicht. Es klingt nach einem Fest. Es klingt, als w\u00fcrden sich Menschen am\u00fcsieren, miteinander trinken, plaudern und Kunstst\u00fccke machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das t\u00e4uscht, Janka.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wei\u00dft du noch, wie wir uns kennenlernten? Wir waren zehn Jahre alt. Du hast mich von der Schule abgeholt, und wir unterhielten uns \u00fcber Regenw\u00fcrmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Du hattest eine riesige L\u00fccke zwischen den Schneidez\u00e4hnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben meinen Vater gesucht. Du wolltest jedes Detail seines Verschwindens wissen, und ich wusste nur, was meine Mutter sagte: In die Taiga hat er sich davongemacht! Wir haben jeden Strauch und jedes Geb\u00fcsch im Erholungspark untersucht, und wenn wir m\u00fcde wurden, setzten wir uns auf die gro\u00dfe Wiese, und du flochtest mein Haar zu einem langen Zopf. Sp\u00e4ter, als ich im Pionierlager war, lag ich nachts wach und habe von dir getr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Koffer ist die Gitarre, die du dir gew\u00fcnscht hast.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Danke. Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht, damals, vielleicht gibt es keinen Anspruch auf erwiderte Liebe. Janka streckte ihre Hand nach Pawel aus, bekam ihn aber nicht zu fassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du jetzt nicht in die K\u00fcche gehst \u2013 .<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann mir passieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Du singst so schlecht, dass alle fliehen. Du singst so gut, dass B. G. dich und Kroschka nach Leningrad mitnimmt \u2013 direkt auf die gro\u00dfe B\u00fchne. Allerdings k\u00f6nnte es auch sein, dass du zwar sehr gut singst, aber niemand versteht deine Kunst, niemand w\u00fcrdigt sie, alle g\u00e4hnen. Oder du singst schlecht, und alle sind begeistert, du aber sch\u00e4mst dich und verkriechst dich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind die M\u00f6glichkeiten?<\/p>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnte auch passieren, dass sie sagen, es war in Ordnung, nichts Halbes und nichts Ganzes. Oder alle sind begeistert, aber B. G. nimmt dich trotzdem nicht mit nach Leningrad, und du bleibst hier bei uns. Oder alle sind begeistert, nur B. G. findet es mittelm\u00e4\u00dfig und provinziell. Oder deine Gro\u00dfmutter weint vor R\u00fchrung, und euer Matwej Alexandrowitsch, der brave Kommunist, meldet es, und wir wandern alle ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich komme gleich. Geh du schon voraus. Ich brauche noch einen Augenblick.<\/p>\n\n\n\n<p>Janka?<\/p>\n\n\n\n<p>Pawel?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie wieder nach Paris reisen, nehmen Sie mich mit? Sie sehen doch selbst: ein verbl\u00f6detes Land, ein Volk ohne Haltung, dazu die Langeweile, die schlechte K\u00fcche. Nehmen Sie mich mit, seien Sie so gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Janka nickte. Pawel \u00f6ffnete das Fenster und flog davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Janka nahm die Gitarre aus dem Koffer. Der Lack gl\u00e4nzte. Sie legte die Gitarre zur\u00fcck und trat auf den Korridor. Links, zwischen K\u00fcche und Wohnungst\u00fcr war ein Tumult, alle T\u00fcren standen offen, Menschen liefen aufgeregt hin und her, trugen Gep\u00e4ckst\u00fccke, B\u00fccher, Kisten, T\u00f6pfe. Niemand beachtete sie, jemand rief: Also, Herrschaften, es wird Zeit, wir m\u00fcssen los! Ein anderer suchte seinen Mantel, jemand hustete laut und fluchte, ich habe Wasser getrunken und irgend etwas verschluckt. Dumm wie Brot. Wir fahren. Und keiner bleibt hier. Haben wir keinen vergessen? Es muss \u00fcberall abgeschlossen werden! Im Durcheinander h\u00f6rte Janka den Kosolapij rufen: Meine Freunde, meine lieben, teuren Freunde, eine Trauer erf\u00fcllt mich beim Abschied von unserem alten Haus, unserer Wohnung, so sehen Sie doch, diese W\u00e4nde, als verabschiedeten auch sie sich von uns. Nun \u00fcbertreiben Sie aber, verehrter Ippolit Iwanowitsch! Dann die Stimme der Gro\u00dfmutter: Matwej, haben Sie meinen neuen Seidenschal gesehen? Ich werde ihn suchen, Warwara Michailowna, Sie werden ihn brauchen, es ist kalt, ein Schneesturm tobt da drau\u00dfen. Da ist ja unsere Janka! Wo warst du denn, wir haben auf dich gewartet!<\/p>\n\n\n\n<p>Matwej Alexandrowitsch, sagen Sie, was passiert hier?<\/p>\n\n\n\n<p>Was hier passiert?, fragte Matwej Alexandrowitsch zur\u00fcck und war schon wieder in der Menge verschwunden. Janka bekam den Kosolapij beim \u00c4rmel zu fassen, so warten Sie doch, wo wollen denn alle hin?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus wird abgerissen, du musst dich beeilen, rief der Kosolapij und st\u00fcrmte davon.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Abgerissen?<\/p>\n\n\n\n<p>Oder umgebaut, so genau wei\u00df das niemand. Sag mir lieber, wo ich meine Gummigaloschen finde. Ich m\u00fcsste nach Moskau fahren, um einige wichtige Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, raunte die Liebermann im Vor\u00fcbereilen. Fahren Sie, fahren Sie ruhig! Aber der Schneesturm? Sie werden es \u00fcberleben. Hier, Mutter, ich bin hier, gib mir deinen Koffer, aber er ist ja ganz leicht, Matwej, der Koffer meiner Mutter ist ganz leicht! Umso besser, verehrte Maria Nikolajewna, geben Sie mir den Koffer. Nun aber los, so kommen Sie doch! Was ist mit den Karisen? Richtig, hat man die Karisen benachrichtigt? Irgendjemand wird es getan haben. Aber k\u00f6nnen wir darauf vertrauen? Sie stellen ja Fragen, wir m\u00fcssen darauf vertrauen. Wir d\u00fcrfen die jungen Leute nicht vergessen! Wer hat das gesagt, waren Sie das, Warwara Michailowna? Nein, Matwej, das m\u00fcssen Sie selbst gewesen sein. Und das Kind, wo ist das Kind? Geben Sie mir den Champagner und lassen Sie uns auf das Wohl der Zur\u00fcckbleibenden trinken! Pfui, es ist nicht mal echter Champagner! Matwej, erz\u00e4hlen Sie uns wieder von den Planeten? Sp\u00e4ter! Lasst mich noch eine letzte Minute hier stehen, so sehen Sie doch, wie grau die W\u00e4nde sind. Ist Ihnen das noch nie aufgefallen? Nein, das ist mir vorher nicht aufgefallen. Sehen Sie, alles halb so schlimm. Nun aber los, hier stehen noch Stiefel, die Letzte macht das Licht aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Alle dr\u00e4ngten hinaus. Es wurde wieder still.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben mich vergessen, sagte Janka leise zu sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ging den Korridor entlang. Auf dem Boden war an einigen Stellen Watte angeh\u00e4uft, in einem der Wattehaufen steckte ein Schild mit der Aufschrift Russischer Schnee zu Beginn der Wintermonate, in einem anderen steckte ein Schild mit der Aufschrift Russischer Schnee am Ende der Winterzeit. Janka ging weiter, vorbei am Zimmer des Professors und vorbei am Zimmer der Karisen bis zum Ende, und dort, wo sie noch nie zuvor gewesen war, fand sie eine weitere T\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dahinter tat sich eine Landschaft auf: Die Sonne stand tief \u00fcber dem Wasser des schwarzen Flusses, auf der anderen Seite leuchtete die Fabrik von elektrischem Schein umkr\u00e4nzt, davor das absch\u00fcssige Ufer. Es war warm wie an einem Sommerabend, und doch lagen zwischen den H\u00fcgeln auf den Rasenfl\u00e4chen Schneereste. Im Osten das W\u00e4ldchen, ein dunkler Schattenriss, und ungew\u00f6hnlich kleine Kirschb\u00e4ume bl\u00fchten in voller Pracht unter einem wolkenlosen Himmel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Lange stand Janka einfach da und schaute, war gl\u00fccklich wie eine Genesende, die nach langer Krankheit zum ersten Mal nach drau\u00dfen tritt und einen k\u00fchlen Wind auf der Haut sp\u00fcrt. Sie winkte den Karisen zu, die zwischen den H\u00fcgeln davonzogen, und verbeugte sich tief.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von heute an bis zu diesem Samstag ver\u00f6ffentlichen wir jeden Tag vorab Ausz\u00fcge aus den f\u00fcnf Romanen, die es in die Preis Grand Continent geschafft haben, der am Sonntag, den 18. Dezember in 3466 im Herzen des Mont-Blanc-Massivs verliehen wird. Heute bieten wir Ihnen lange Ausz\u00fcge aus Katerina Poladjans Roman Zukunftsmusik, der uns in die ungew\u00f6hnliche Atmosph\u00e4re eines Russlands zwischen zwei Epochen eintauchen l\u00e4sst. 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