{"id":417,"date":"2022-03-23T12:12:44","date_gmt":"2022-03-23T12:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/dee\/2022\/03\/23\/oekonomie-im-interregnum\/"},"modified":"2025-02-19T11:21:45","modified_gmt":"2025-02-19T11:21:45","slug":"oekonomie-im-interregnum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/03\/23\/oekonomie-im-interregnum\/","title":{"rendered":"\u00d6konomie im Interregnum"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Dieser Artikel ist auch <a href=\"https:\/\/geopolitique.eu\/en\/2022\/03\/21\/economics-of-the-interregnum\/\">in englischer Fassung<\/a> verf\u00fcgbar auf der Website der Groupe d&#8217;\u00e9tudes g\u00e9opolitiques.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte ich vor, in dieser Rede Europas Umgang mit der Pandemie zu analysieren. Doch die Ereignisse \u00fcberschlagen sich und es ist scheint notwendig, Europa, die Pandemie und die Ukraine-Invasion zu behandeln und zu versuchen, sie in eine umfassendere Perspektive zu stellen &nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-1-417' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/03\/23\/oekonomie-im-interregnum\/#easy-footnote-bottom-1-417' title='Eine&amp;nbsp; fr\u00fchere Version dieses Textes wurde von Joseph Stieglitz am 15. M\u00e4rz 2022 bei einer Konferenz des &lt;em&gt;Cour des comptes&lt;\/em&gt; in Paris vorgetragen.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/span>.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa hat enorme und beeindruckende Solidarit\u00e4t gezeigt, sowohl im Umgang auf die Pandemie als auch in der Ukraine-Krise. Geschwindigkeit, Flexibilit\u00e4t und Engagement im Umgang mit beiden Krisen waren bemerkenswert. Wir sehen also viele St\u00e4rken und doch kann ich es als Akademiker nicht lassen, einige Dinge aufzuzeigen, die man dar\u00fcber hinaus h\u00e4tte tun sollen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Lehren der Pandemie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Bemerkung, man h\u00e4tte bereits in der Eurokrise Eurobonds ausgegeben sollen l\u00e4sst sich antworten: Das ist nun in Reaktion auf die Pandemie geschehen und es ist essentiell f\u00fcr die Stabilit\u00e4t, die langfristige Leistungsf\u00e4higkeit Europas und der Eurozone. In mancherlei Hinsicht kann das Vorgehen dabei kritisiert werden: Das Geld h\u00e4tte st\u00e4rker in Subventionen umgelenkt werden m\u00fcssen und das Gesamtvolumen war zu gering. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die raschere Erholung der US-Wirtschaft liegt darin, dass es mehr Konjunkturma\u00dfnahmen gab. Vor allem aber h\u00e4tten die Eurobonds als Gelegenheit dienen k\u00f6nnen, ein europaweites Steuersystem zur Refinanzierung der Eurobonds einzurichten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Bereichen g\u00e4be es einen Bedarf f\u00fcr ein europ\u00e4isches Steuersystem. Frankreich f\u00fchrt eine Debatte \u00fcber eine nationale Digitalsteuer, die eigentlich auf europ\u00e4ischer Ebene erhoben werden m\u00fcsste. Es ist besorgniserregend, dass das neue Steuerabkommen \u2013 irrationalerweise \u2013 ein Verbot solcher Steuern enth\u00e4lt. Auch eine gemeinsame Verm\u00f6genssteuer sollte es geben. In Europa herrscht nach wie vor ein hohes Ma\u00df an Ungleichheit. Ein Problem ist dabei, dass Menschen von einem Ort in Europa an einen anderen ziehen k\u00f6nnen um Steuern zu umgehen. In Frankreich gibt es mehrere bekannte Beispiele. Die Reaktion auf die Pandemie w\u00e4re eine Gelegenheit f\u00fcr eine gemeinsame Einkommensteuer gewesen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>In vielen Bereichen g\u00e4be es einen Bedarf f\u00fcr ein europ\u00e4isches Steuersystem. Frankreich f\u00fchrt eine Debatte \u00fcber eine nationale Digitalsteuer, die eigentlich auf europ\u00e4ischer Ebene erhoben werden m\u00fcsste.<\/p><cite>Joseph E.Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Gr\u00fcndung der EU sorgte man sich \u00fcber grenz\u00fcberschreitende Externalit\u00e4ten. Was w\u00fcrde geschehen, wenn ein Land mit seiner Finanzpolitik Defizite verzeichnet? Was w\u00e4ren die makro\u00f6konomischen Implikationen f\u00fcr andere L\u00e4nder? Wie sich herausstellte, war das nicht die entscheidende Externalit\u00e4t. Stattdessen erwies sich der Steuerwettbewerb als wichtiges Problem. Tatsache ist, dass sich einige L\u00e4nder &#8211; zum Beispiel Irland oder Luxemburg &#8211; komfortabel eingerichtet haben und im Grunde ihre Nachbarn berauben, indem sie zu Niedrigsteuergebieten wurden. Irgendwann wird man sich mit diesem Problem befassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweiter Aspekt der europ\u00e4ischen Antwort auf die Pandemie, der sehr beeindruckend war, war <em>Next Gen EU<\/em>. Pr\u00e4sident Biden&nbsp; hatte mit <em>Build Back Better <\/em>das richtige Konzept, konnte es allerdings nicht durchsetzen. Europa ist es besser gelungen als den USA, das ausgegebene Geld doppelt, dreifach oder vierfach zu nutzen. Die grundlegende Annahme der Wirtschaftswissenschaften ist: Wenn das Geld knapp ist,&nbsp; sind auch die Ressourcen knapp. Dieses Geld musste nicht nur die Wirtschaft wieder aufbauen, sondern auch auf soziale Ungleichheit, die Klimakrise und alle anderen Probleme, vor denen unsere Gesellschaften stehen, wirken. Das war die zentrale Idee von beiden Programmen, <em>Next Generation EU <\/em>und <em>Build Back Better. <\/em>Es ist klar, dass Europa und die USA nach der Pandemie nicht zu dem Zustand zur\u00fcckkehren wollen, in dem die Welt im September 2019 war. Das ausgegebene Geld k\u00f6nnte helfen unsere Gesellschaften in eine andere Richtung zu bewegen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Es ist klar, dass Europa und die USA nach der Pandemie nicht zu dem Zustand zur\u00fcckkehren wollen, in dem die Welt im September 2019 war. Das ausgegebene Geld k\u00f6nnte helfen unsere Gesellschaften in eine andere Richtung zu bewegen.&nbsp;<\/p><cite>Joseph E. Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Ma\u00dfnahmen gegen Kinderarmut k\u00f6nnen als Beispiel daf\u00fcr dienen, wie erfolgreich die USA binnen eines Jahres mit dem <em>American Rescue Plan <\/em>waren, jedoch scheitern diesen Erfolg dauerhaft zu halten. Es scheint kriminell, dass in einem reichen Land wie den USA 20% der Kinder in Armut aufwachsen. Unter Pr\u00e4sident Biden konnte dieser Anteil in nur einem Jahr halbiert werden, von 20% auf 10%. Das zeigt, dass dies schon fr\u00fcher h\u00e4tte geschehen k\u00f6nnen. Wir haben die Gelegenheit der Krise genutzt um ein lange bestehendes Problem im Land anzugehen. Ungl\u00fccklicherweise ist Politik in den USA ein unsch\u00f6nes Gesch\u00e4ft und eine Folge ist, dass die Republikaner jetzt mehr Kinder zur\u00fcck in Armut bringen wollen \u2013 es bleibt damit ein tempor\u00e4rer Sieg.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte erw\u00e4hnenswerte Punkt ist die Qualit\u00e4t der Antwort und, besonders in den USA, die&nbsp; Erkenntnis, dass es ein Problem mit der Gesundheitsversorgung gibt. Hier unterscheiden sich Europa und die USA. Die USA geben viel mehr f\u00fcr Gesundheitsversorgung aus, ca. 20% des BIP, Frankreich gibt etwa 11% daf\u00fcr aus. Und dennoch sind die Gesundheitsstatistiken in den USA viel schlechter: die Lebenserwartung ist geringer; die Morbidit\u00e4t ist h\u00f6her, alle Gesundheitsindikatoren sind schlechter. Das liegt teilweise daran, dass es kein gutes \u00f6ffentliches Gesundheitssystem gibt. Die USA erkennen etwas nicht an, was in der UN Charta steht: dass das Recht auf Gesundheitsversorgung ein Menschenrecht ist. Ich kann dazu eine kleine Anekdote erz\u00e4hlen, vom Besuch eines franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten, an der Columbia University w\u00e4hrend der Debatte \u00fcber Obamacare. Ein Student fragte: \u201cWas halten Sie von Obamacare?\u201d Seine Antwort war sehr diplomatisch: \u201cWissen Sie, ich mische mich nicht in die innenpolitischen Angelegenheiten der USA ein. Ich m\u00f6chte keine Meinung dazu abgeben. Aber ich verstehe einfach nicht, wie Sie ein Gesundheitssystem haben k\u00f6nnen, welches das Recht auf Zugang zur Gesundheitsversorgung nicht anerkennt.\u201d Er erkannte, dass das amerikanische Gesundheitssystem insofern etwas sehr Merkw\u00fcrdiges an sich hat, als dass wir das Recht auf Gesundheitsversorgung nicht anerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund aus dem so viele Amerikaner gestorben sind \u2013 eine gr\u00f6\u00dfere Zahl als in allen anderen L\u00e4ndern \u2013 ist die Schw\u00e4che des Gesundheitssystems. Covid-19 war kein egalit\u00e4res Virus, es traf vorwiegend Personen mit Vorerkrankungen. Wegen des schlechten Gesundheitssystems gab es besonders viele davon. Die andere Sache, die wir aus der Pandemie gelernt haben, war die Erkenntnis, das Public Health ein \u00f6ffentliches Gut ist; wir alle profitieren von einer gesunden Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine entscheidende und polarisierende Frage in den USA &#8211; und in geringerem Ausma\u00df in Europa &#8211; ist, dass viele Amerikaner die Bitte, sich impfen zu lassen oder eine Maske zu tragen, als Einschr\u00e4nkungen in ihrer Freiheit wahrnehmen, ebenso wie die Bitte, keine Waffe zu tragen als Einschr\u00e4nkung der Freiheit empfunden wird. Es gilt zu verstehen, dass die Freiheit des einen die \u201cUnfreiheit\u201d des anderen ist: Wenn Sie eine Waffe haben und jemanden t\u00f6ten, nehmen Sie dem sein Recht auf Leben, ein grundlegenderes Recht als das Recht eine Waffe zu tragen. Wenn Sie keine Maske tragen, erh\u00f6ht das die Wahrscheinlichkeit, dass jemand anders die Krankheit bekommt und stirbt. Das Recht keine Maske zu tragen beschneidet das Recht anderer, und zwar ein fundamentaleres Recht: das Recht auf Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Es gilt zu verstehen, dass die Freiheit des einen die \u201cUnfreiheit\u201d des anderen ist [&#8230;]. Das Recht keine Maske zu tragen beschneidet das Recht anderer, und zwar ein fundamentaleres Recht: das Recht auf Leben.<\/p><cite>Joseph E. Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Dahingehend hat die Pandemie uns eine wichtige Lektion erteilt, wie wir als Gesellschaft zusammenarbeiten m\u00fcssen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein vierter, und besonders starker Aspekt von Europas Antwort auf die Pandemie war, das es die vorderste Front der globalen wirtschaftlichen Reaktion bildete. Das Ausma\u00df der Ma\u00dfnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft in den USA und in Europa wurde bereits erw\u00e4hnt, doch Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder hatten schlicht nicht die Ressourcen um dasselbe zu tun. Die USA wandten 25% ihres BIP auf, manche L\u00e4nder mehr, Europa etwas weniger. Das waren beispiellose Summen, die beeindruckende Antworten auf die Krise liefern konnten. Doch Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder konnten nur einen Bruchteil davon aufbringen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Europa hat in erster Reihe mit dem IWF zusammengearbeitet um sicherzustellen, dass mehr Geld zur Verf\u00fcgung gestellt wird. 650 Milliarden US-Dollar sollten in Form von Sonderziehungsrechten<em> <\/em>(SZRs) zugeteilt und an alle L\u00e4nder der Welt ausgegeben werden, um die \u00f6konomischen Ausf\u00e4lle durch die Pandemie abzufedern. Es war entt\u00e4uschend, dass Pr\u00e4sident Trump in den USA ein Veto gegen diese Initiative einlegte, die die US-Steuerzahler praktisch nichts kostet. Europa hat sich weiter daf\u00fcr eingesetzt und unter Pr\u00e4sident Biden, konnten die 650 Milliarden schlie\u00dflich bereitgestellt werden. Bis heute wurde diese Geld ungen\u00fcgend recycled.&nbsp; SZR werden an alle L\u00e4nder ausgegeben, egal ob sie reich oder arm sind. Dieses Geld muss von den L\u00e4ndern, die das IWF-Geld nicht brauchen, in die L\u00e4nder flie\u00dfen, die es brauchen. Europa hat beim Recycling bessere Arbeit geleistet als viele andere. Die USA haben dem noch nicht zugestimmt, auf der IWF-Tagung n\u00e4chsten Monat in Washington wird dar\u00fcber diskutiert werden. Es ist ganz klar, dass es keine globale Erholung der Wirtschaft geben kann, solange es nicht \u00fcberall einen wirtschaftlichen Aufschwung gibt. Derzeit stehen wir iin vielen L\u00e4ndern kurz vor einer Schuldenkrise, insbesondere aufgrund gestiegener \u00d6lkosten und hoher Zinss\u00e4tze, die den globalen Aufschwung gef\u00e4hrden werden.<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000008-1340x766-1.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"1340\"\n        data-pswp-height=\"766\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000008-1340x766-1-330x189.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000008-1340x766-1-690x394.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000008-1340x766-1.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000008-1340x766-1-125x71.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n                    <figcaption class=\"pswp-caption-content \">\u00a9 Lu Hongjie \/ Costfoto\/Sipa USA<\/figcaption>\n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die M\u00e4ngel unserer Reaktion<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend wir diese Errungenschaften feiern k\u00f6nnen, gibt es auch einige Entt\u00e4uschungen und es ist meine Hoffnung, dass die Zivilgesellschaft sich weiterhin daf\u00fcr einsetzen wird, dass diese Dinge noch umgesetzt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die bedeutendste Entt\u00e4uschung war die misslungene Aussetzung der geistigen Eigentumsrechte f\u00fcr den Covid-19-Impfstoff. Zu Beginn der Pandemie wurde schnell klar, dass \u2013 in den Worten der WHO \u2013 niemand in der Welt sicher ist, bevor nicht alle sicher sind. So lange die Krankheit irgendwo in der Welt pr\u00e4sent ist, besteht die Gefahr einer t\u00f6dlicheren, infekti\u00f6seren oder impfstoff-resistenten Mutation. Es war t\u00f6richt, nicht alles zu tun, um sicher zu stellen, dass die gesamte Weltbev\u00f6lkerung geimpft wird. Wir sollten die erbrachte Leistung feiern: \u00f6ffentliche Investitionen in Grundlagenforschung und Wissenschaft sowie die Partnerschaft zwischen \u00f6ffentlichem und privatwirtschaftlichen Sektor haben es erm\u00f6glicht haben, in Rekordzeit einen Impfstoff zu entwickeln. Doch wir h\u00e4tten nicht nur die Milliarden an Impfdosen produzieren sollen, die in den Industriestaaten ben\u00f6tigt wurden, sondern auch die weiteren Milliarden Dosen, die in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern fehlten. Das haben wir nicht getan und es sollte als gro\u00dfes organisationales und institutionelles Versagen erkannt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>So lange die Krankheit irgendwo in der Welt pr\u00e4sent ist, besteht die Gefahr einer t\u00f6dlicheren, infekti\u00f6seren oder impfstoff-resistenten Mutation. Es war t\u00f6richt, nicht alles zu tun, um sicher zu stellen, dass die gesamte Weltbev\u00f6lkerung geimpft wird. &nbsp;<\/p><cite>Joseph E. Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die geistigen Eigentumsrechte sollen Anreize f\u00fcr die Forschung schaffen, doch inmitten einer Pandemie ist es unerl\u00e4sslich, dass der Impfstoff auf der ganzen Welt verf\u00fcgbar ist. Als die WTO gegr\u00fcndet wurde, gab es ein Abkommen \u00fcber geistiges Eigentum, welches die Erteilung von Zwangslizenzen vorsah. Es geht also keineswegs um eine Abkehr von den Grundprinzipien geistiger Eigentumsrechte. In den USA gelang es der Zivilgesellschaft, Pr\u00e4sident Biden zu \u00fcberzeugen, den Verzicht auf geistige Eigentumsrechte f\u00fcr den Impfstoff zu unterst\u00fctzen, doch die Pharmaunternehmen wandten sich dagegen. Und vor allem Deutschland, gemeinsam mit einigen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, hat die Aussetzung der geistigen Eigentumsrechte bisher verhindert. Es gab eine enorme Zahl von Todesf\u00e4llen und eine noch viel h\u00f6here Anzahl an Erkrankungen, weil die Ausnahmeregelung nicht in Kraft gesetzt wurde, als sie im Oktober 2020 erstmals vorgeschlagen wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der ukrainische <\/strong><strong>Einschnitt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist v\u00f6llig unvorstellbar, dass wir im 21.Jahrhundert einen Landkrieg haben w\u00fcrden. Europas Antwort auf die Ukraine-Invasion war beeindruckend in ihrer Solidarit\u00e4t, selbst von illiberaleren L\u00e4ndern wie Ungarn.&nbsp; L\u00e4nder, die eine Bewunderung f\u00fcr einen Diktator wir Putin ausgedr\u00fcckt haben, haben die europ\u00e4ische Reaktion unterst\u00fctzt. Diese Solidarit\u00e4t ist ein gutes Zeichen f\u00fcr Europas Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann ein \u00d6konom zur Debatte \u00fcber komplexe politische und strategische Fragen beitragen kann. Nun, dabei sind mindestens drei Themen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Frage hat mich schon vor 25 Jahren als Mitglied des <em>Council of Economic Advisors <\/em>von Bill Clinton besch\u00e4ftigt: Wirken Sanktionen? In der Geschicht gibt es diverse Beispiele f\u00fcr Sanktionen, an Orten wie S\u00fcdafrika, S\u00fcdrhodesien oder Myanmar. Die Antwort ist: manchmal. Oft bedarf es viel Zeit. In S\u00fcdafrika dauerte es sehr lange. Doch aus diesen Erfahrungen k\u00f6nnen&nbsp; einige Lehren gezogen werden, wie Sanktionen wirksam gemacht werden k\u00f6nnen. Um effektiv zu wirken, m\u00fcssen Sanktionen universal und so stark wie m\u00f6glich sein. Au\u00dferdem sollten sie asymmetrisch wirken, das hei\u00dft das sanktionierte Land sollte st\u00e4rker betroffen sein als das Land, welches die Sanktionen erhoben hat. Im derzeitigen Fall scheint eine gute Chance auf Erfolg zu bestehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Wirken Sanktionen? <br>Die Antwort ist: manchmal. Oft bedarf es viel Zeit.<\/p><cite>Joseph E. Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Ausma\u00df der Reaktion seitens der USA, Europas und der gesamten westlichen Welt war extrem effektiv. Die Bandbreite der Sanktionen umfasst den Finanzsektor, jeden Bereich relevanten Handels sowie die m\u00f6gliche Aberkennung der WTO-Provision als \u201cmost favored nation\u201d. Hinzu kommt die besondere Position des Westens gegen\u00fcber Russland. Die meisten Leute realisieren \u00fcberhaupt nicht, wie klein die russische Volkswirtschaft geworden ist. Manche betrachten die Situation als Aufeinandertreffen zweier beinahe ebenb\u00fcrtiger Superm\u00e4chte, doch gr\u00f6\u00dfenm\u00e4\u00dfig ist die russische Wirtschaft sehr klein. Je nachdem, wie man misst, ist sie etwa so gro\u00df wie die der Niederlande oder Spaniens. Diese sind nicht winzig, aber sie sind nur ein Bruchteil der europ\u00e4ischen Wirtschaftsleistung, geschweige denn der gemeinsamen Wirtschaftsleistung von Europa und den USA.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem basiert die russische Wirtschaft auf nat\u00fcrlichen Ressourcen, 70% oder mehr der russischen Exporte sind nat\u00fcrliche Ressourcen. Die Wirtschaft ist nicht sonderlich diversifiziert und hochgradig abh\u00e4ngig von globalen Versorgungsketten. Es besteht eine bedeutsame Asymmetrie zwischen Europa, den USA und Russland. Wir haben andere Energiequellen, andere Nahrungsquellen, wir produzieren die wichtigsten Inputs f\u00fcr unseren Output, wir haben eine diversifizierte Industrie. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit starker asymmetrischer Effekte sehr hoch. Das gilt besonders f\u00fcr den russischen Finanzsektor, der abh\u00e4ngig vom Westen geworden ist. Beinahe jedes finanzielle System ist fragil. Wenn es pl\u00f6tzlich von seinen finanziellen Partnern abgeschnitten wird, kann es zu Ersch\u00fctterungen kommen und das System kann Schaden nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>[Seit Beginn der Invasion in die Ukraine haben wir mit  unseren Karten, Analysen und kommentierten \u00dcBersetzungen mehr als 1,5 Millionen Leserinnen und Lesern geholfen, die geopolitischen Umbr\u00fcche unserer Zeit zu verstehen. 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Russland ist eine kleine Volkswirtschaft, deswegen sind die Vorteile Russland als einzigen Handelspartner zu haben gering, so dass China dies sicherlich sicherlich nicht will.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite wichtige Einschr\u00e4nkung der Wirksamkeit von Sanktionen betrifft Russlands prim\u00e4re Exportg\u00fcter: nat\u00fcrliche Ressourcen. Ich denke Deutschland, Europa im allgemeinen, hat einen gro\u00dfen Fehler begangen als es sich abh\u00e4ngig von russischem Gas machte. 2006 habe ich in meinem Buch <em>Die Chancen der Globalisierung <\/em>geschrieben: Russland ist kein stabiler Handelspartner. Es war es damals nicht und ist auch heute keine stabile politische Einheit, von der man abh\u00e4ngig sein will. Gas unterscheidet sich insofern von \u00d6l, dass man nicht in kurzer Zeit eine alternative Gasversorgung einrichten kann. \u00d6konomen sprechen von einem Marktversagen, das darin besteht, dass das Risiko der Abh\u00e4ngigkeit von Russland nicht im Marktpreis eingegangen ist. Als Deutschland sich mit russischem Gas f\u00fcr die g\u00fcnstigste Energiequelle entschied, bildete der Preis weder die CO2-Kosten noch das Risiko ab. Diese Kosten erlebt Europa heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest von unserer Seite des Atlantik aus betrachtet gab es eine Art Korruption, dadurch dass der Kanzler, der entscheidend fur diese Abh\u00e4ngigkeit war, Mitglied im Aufsichtsrat von Gazprom wurde. Das sieht aus demokratischer Perspektive nicht so gut aus. Es h\u00e4tte eine gewisse Sensibilit\u00e4t daf\u00fcr geben m\u00fcssen, wie das aussehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Es liegt nicht in Chinas Interesse auf der falschen Seite zu stehen. <\/p><cite>Joseph E. stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Das dritte Problem wirksamer Sanktionen h\u00e4ngt damit zusammen, dass Sanktionen auf das sanktionierte Land st\u00e4rker wirken m\u00fcssen als auf das Land, welches die Sanktionen erhebt. Aktuell stehen die USA und Europa vor Inflationskosten. Zu einer sehr ung\u00fcnstigen Zeit wegen der Versorgungskettenunterbrechungen durch die Pandemie. Und die Frage ist: Wie ordnen wir diese Inflation ein? In der Presse wurde oft geschrieben, dies sei die st\u00e4rkste Inflation seit vierzig Jahren, als ob es das Ende der Welt sei. Lassen Sie mich sehr deutlich machen, dass die Inflation, die wie vor 40 Jahren hatten, deutlich h\u00f6her war. Sie lag deutlich \u00fcber 10%, in manchen L\u00e4ndern bei 15%, ganz anders als heute. Die gegenw\u00e4rtige Inflation ist meines Erachtens eine tempor\u00e4re Versorgungskettenunterbrechung, deren Bew\u00e4ltigung etwas l\u00e4nger dauert, vor allem wegen der Energie- und Nahrungsmittelausf\u00e4lle durch den Krieg.<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000001-1340x812-1.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"1340\"\n        data-pswp-height=\"812\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000001-1340x812-1-330x200.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000001-1340x812-1-690x418.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000001-1340x812-1.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30295893_000001-1340x812-1-125x76.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n                    <figcaption class=\"pswp-caption-content \">\u00a9 Lu Hongjie \/ Costfoto\/Sipa USA<\/figcaption>\n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<p>Eine Reihe an Gr\u00fcnden tr\u00e4gt dazu bei, dass mich diese Inflation weniger beunruhigt. Dennoch handelt es sich um ein politisches Problem auf das wir reagieren m\u00fcssen. Drei oder vier Dinge m\u00fcssen getan werden. Ungl\u00fccklicherweise sind die \u00d6l- und Gasunternehmen in etwas verwickelt, dass man nur als \u201cKriegsgewinne\u201d bezeichnen kann. Es muss deutlich gemacht werden, dass es keine Preistreiberei und keine Kriegsprofiteure geben darf. Die Gewinne dieser Unternehmen steigen enorm, weil sie selbst die Reserven besitzen. Die gro\u00dfen \u00d6lunternehmen kaufen kein \u00d6l von anderen, der Wert ihrer eigenen Reserven ist gestiegen. Die Produktionskosten sind nicht drastisch hochgegangen, somit ziehen sie \u00fcberwiegend Vorteile aus der \u00d6l- und Gasknappheit; das geh\u00f6rt zum Prozess der Marktanpassung.Kurzfristig gibt es wenig M\u00f6glichkeiten zur Anpassung, also profitieren sie von diesen h\u00f6heren Preisen. In den USA wurden Gesetzentw\u00fcrfe vorgelegt \u2013 von Ro Khanna im Repr\u00e4sentantenhaus und von Sherrod Brown im Senat \u2013 um Preistreiberei zu begrenzen und eine Zusatzbesteuerung f\u00fcr Unternehmen zu erlassen, die sich daran beteiligen. Ich selbst habe vorgeschlagen, dass ein Teil dieser Gewinne oder der Steuereinnahmen genutzt werden kann um jenen zu helfen, die von der Inflation negativ betroffen sind, in dem man f\u00fcr diese Menschen gestiegene Heiz- oder Benzinkosten ausgleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich gilt es zu erkennen, dass dies ein gemeinsames Problem ist und manche L\u00e4nder st\u00e4rker betroffen sein werden als andere. In Europa und auch zwischen Europa und den USA sollte mehr geteilt werden. Es gilt anzuerkennen, dass der Krieg in der Ukraine Kosten mit sich bringt. Wenn man zusammen k\u00e4mpft, ist es ist wichtig, solidarisch zu sein und die Kosten zu teilen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6konomen haben auch zu Russlands gescheiterter Transition vom Kommunismus zu einer Marktwirtschaft etwas zu sagen. Wir m\u00fcssen einsehen, dass dieser \u00dcbergang nicht erfolgreich war und fragen, warum dem so ist. Teilweise hat es mit der Schocktherapie zu tun, der Politik des \u201cWashington Consensus\u201d und den neoliberalen Doktrinen, die diese Transition geleitet haben. Man h\u00e4tte mehr Gewicht auf Demokratie und Zivilgesellschaft legen sollen. W\u00e4re das getan worden, h\u00e4tte es vielleicht eine M\u00f6glichkeit gegeben, dass Russland einen anderen Weg genommen h\u00e4tte. Auch die USA m\u00fcssen auch ihre Fehler anerkennen, wie die Korruption bei den Hilfen der US-Regierung an Russland.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Aspekt, \u00fcber den \u00d6konomen diskutieren, ist die Rolle von Information und Desinformation. Den Nobelpreis erhielt ich f\u00fcr Forschung dar\u00fcber, wie Menschen mit verschiedenen Informationen umgehen. Damals haben wir uns nicht mit dem Problem der gewollten Desinformation besch\u00e4ftigt \u2013 heute ist das ein bedeutendes Problem. Es gibt eine Reihe von digitalen Bedrohungen, so wie Hetze oder die Impfgegner-Bewegung. Eine zentrale Frage lautet, ob das in einem demokratischen Rahmen zu kontrollieren ist und ich glaube daran, dass man Desinformation zumindest besser kontrolliert werden kann. Ein wichtiges Projekt, das Europa unter der franz\u00f6sischen Ratspr\u00e4sidentschaft in Angriff nimmt, ist die DMA- und DSA-Verordnung, mit der Europa eine f\u00fchrende Rolle bei der Regulierung \u00fcbernehmen und die globale Agenda setzen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Mit dem Budapest-Memorandum, in dem die Ukraine ihre Nuklearwaffen aufgab, sind wir eine Verpflichtung eingegangen, der Ukraine zu helfen und wir m\u00fcssen dem gerecht werden. <\/p><cite>Joseph E. Stieglitz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend bleibt zu sagen, dass eine moralische Verpflichtung besteht, alles M\u00f6gliche zu unternehmen um der Ukraine zu helfen. Mit dem Budapest-Memorandum, in dem die Ukraine ihre Nuklearwaffen aufgab, sind wir eine Verpflichtung eingegangen, der Ukraine zu helfen und wir m\u00fcssen dem gerecht werden. Die Pandemie war ein Schl\u00fcsselmoment um die essentielle Notwendigkeit von staatlichem und kollektiven Handeln zu erkennen. Die Invasion beendet die Vorstellung eines <em>Endes der Geschichte<\/em>. Fukuyama ging davon aus, dass der Fall des eisernen Vorhangs das <em>Ende der Geschichte <\/em>bedeutet und wir uns fortan alle auf liberale Demokratien und freie Marktwirtschaften zubewegen. Das wirkt reichlich naiv, wenn wir heute kurz vor einem neuen Kalten Krieg stehen und wir m\u00fcssen uns Gedanken dar\u00fcber machen, wie das Leben danach sein wird. Wir sollten auch gr\u00fcndlich&nbsp; \u00fcber den weltweit zunehmenden Nationalismus und Populismus nachdenken. In Frankreich und in den USA geht es dabei um mehr als nur um Wirtschaft. \u00d6konomen wollen alles durch die Wirtschaft erkl\u00e4ren und die Wirtschaft spielt eine wichtige Rolle gespielt, es wurde verpasst f\u00fcr geteilten Wohlstand zu sorgen. Die Deindustrialisierung wurde nicht gut gemanaged und es gibt gro\u00dfe Teile unserer Bev\u00f6lkerung, deren Einkommen seit vierzig Jahren stagnieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem sollte dieser Kampf in der Ukraine sollte als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Krieges gesehen werden. Viele der erw\u00e4hnten Punkte sind die Frucht der Ideen und Ideale der Aufkl\u00e4rung, der auch diese Institution angeh\u00f6rt. Dazu geh\u00f6rt die Gewaltenteilung, der Rechtsstaat, die Wissenschaft, der Fortschritt, die soziale Organisation, die gemeinsam jenes Ausma\u00df an Zusammenarbeit erm\u00f6glichen, das f\u00fcr das 21. Jahrhundert notwendig ist. Das ist die Quelle unseres Wohlstands und der Grund aus dem unser Lebensstandard so viel h\u00f6her ist als vor zwei Jahrhunderten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint undenkbar, dass diese aufkl\u00e4rerischen Ideale in Frage gestellt und angefochten werden, in der Weise in der es heute geschieht. Wir m\u00fcssen erkennen, dass wir so viel von unserem Wohlstand, so vieles, das wir f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich nehmen, so viel unserer Lebensstandards, diesen Ideen und Idealen verdanken und dass wir f\u00fcr sie k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Dieser Kampf in der Ukraine ist Teil dieses gr\u00f6\u00dferen Kampfes und der Kampf um die Demokratie ist ebenfalls ein Teil davon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa, die Pandemie, der Krieg.<br \/>\nIn diesem Vortrag beleuchtet der Nobelpreistr\u00e4ger Joseph Stieglitz unsere St\u00e4rken und Schw\u00e4chen im Kampf um die k\u00fcnftige Weltordnung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":418,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"templates\/post-editorials.php","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_trash_the_other_posts":false,"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"staff":[53],"editorial_format":[],"serie":[],"audience":[],"geo":[],"class_list":["post-417","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","staff-joseph-e-stieglitz"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>\u00d6konomie im Interregnum - Der Grand Continent<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/03\/23\/oekonomie-im-interregnum\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00d6konomie im Interregnum - Der Grand Continent\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Europa, die Pandemie, der Krieg. 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