{"id":381,"date":"2022-02-15T17:31:52","date_gmt":"2022-02-15T17:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/dee\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/"},"modified":"2025-02-19T11:24:05","modified_gmt":"2025-02-19T11:24:05","slug":"europa-der-mythos-als-metapher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/","title":{"rendered":"Europa: Der Mythos als Metapher"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-metapher\">Die Metapher<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Historiker bis vor kurzem noch davon ausgingen, dass in der fr\u00fchen griechischen Sprache das Wort &#8222;Europa&#8220; &#8222;untergehende Sonne&#8220; bedeutete, ist man sich inzwischen einig, dass das, was die Griechen Europa nannten, einfach &#8222;der Kontinent&#8220; war, ein Raum, der nicht eine ihrer zahllosen Inseln war. Mit der Zeit, mit kriegerischen \u00dcberf\u00e4llen und Besetzungen von Gebieten, erhielt diese negative Definition eine positive Konnotation. Unter dem Einfluss der von Rom geschaffenen Mythen wurde der barbarische Kontinent schlie\u00dflich zum Synonym f\u00fcr Zivilisation, da er dank der r\u00f6mischen Einwirkung mit einem zivilisierten Bereich zusammengewachsen war. Griechenland hingegen, dessen Armeen es gewagt hatten, die Festungsmauer Illions in Brand zu stecken, sah sich einem rohen <em>Anderen<\/em> gleichgesetzt, sodass Aeneas, der besiegte trojanische Prinz und mythische Gr\u00fcnder Roms, Rache \u00fcben konnte. Als er seinem Vater Anchises im Totenreich begegnete, vernahm Aeneas, wie der Geist den zuk\u00fcnftigen imperialen Ruhm Roms prophezeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Interesse an der Lekt\u00fcre der Mythen kann aus mindestens zwei Motiven hervorgehen. Eines strebt danach, der Geschichte all die Bedeutungen zu entziehen, die durch einen faktischen Beweis gerechtfertigt scheinen. Dieses k\u00f6nnen wir als das \u201chistorische\u201d Motiv bezeichnen, das im Falle des einenden Mythos vom Stier und Europa, die Verbindungen Griechenlands mit der ph\u00f6nizischen Zivilisation sowie mit der minoischen Gesellschaft und ihren stierk\u00e4mpferischen Zeremonien zu Tage bringt. Das zweite veranlasst uns, in den Mythos Interpretationen einzuf\u00fchren, die keine historische Begr\u00fcndung haben, sondern ihm eine noch nicht dagewesene kulturelle Bedeutung verleihen. Diese Richtung k\u00f6nnten wir als &#8222;fiktiv&#8220; bezeichnen, im Sinne des scholastischen Konzepts des fictivus, das es dem Dichter oder Leser erm\u00f6glicht, \u00fcber die rationale Erforschung der Realit\u00e4t hinauszugehen. Ein Mythos wie jener von Europa w\u00fcrde als Metapher f\u00fcr das eine oder andere dieser Motive dienen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_AP22017757_000001-scaled-1.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"2560\"\n        data-pswp-height=\"1707\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_AP22017757_000001-scaled-1-330x220.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_AP22017757_000001-scaled-1-690x460.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_AP22017757_000001-scaled-1-1340x894.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_AP22017757_000001-scaled-1-125x83.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<p>Montesqieu definierte Europa als einen einzigen Staat, der aus mehreren Provinzen besteht; geeint und einem gemeinsamen Namen, w\u00fcrden diese \u201cprovinzialen\u201d Nationalit\u00e4ten gemeinsam einen Mythos w\u00e4hlen, der geeignet w\u00e4re, sie zu beschreiben &nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-1-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-1-381' title=' Montesquieu, &lt;em&gt;R\u00e9flexions sur la monarchie universelle en Europe&lt;\/em&gt; [1734] Introduction et notes par Michel Porret (Gen\u00e8ve, Droz, 2000) '><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/span>. Der gew\u00e4hlte Mythos w\u00fcrde die von den Nationen angestrebte Hegemonie erlauben, da die Wahl eines Mythos \u00fcber andere von einer gewisse imagin\u00e4re Superiorit\u00e4t zeugt, ein implizites imperialistisches Vorrecht, dass durch die gew\u00e4hlte Mythologie verliehen wird, einen Willen alte Rechte zu erhalten, die sp\u00e4tere Rechte legitimieren. Athene, die der Stadt Athen den Olivenbaum schenkt, der Sohn der Venus, der Pl\u00e4ne f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Stadt Rom empf\u00e4ngt, Odysseus, der Lissabon begr\u00fcndet, so viele Mythen verleihen den Athenern, den R\u00f6mern, den Portugiesen implizit g\u00f6ttliche Vorrechte. Der Mythos der vom Stier geraubten Europa trug dazu bei, den Kollektivstaat zu beschreiben, den Montesquieu sich als Gesellschaft unter der Schirmherrschaft einer Gr\u00fcndungsfigur, Europa, gew\u00e4hlt <em>inter mulieribus <\/em>durch den h\u00f6chsten Gott des Olymps, vorstellte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Ein Mythos ist eine Erz\u00e4hlung, die im Laufe der Zeit eine metaphorische Bedeutung erlangt, welche die individuelle Vorstellungswelt des Lesers transzendiert. Ob aus historischen Ereignissen, aus unbewussten Tr\u00e4umen oder bewussten Tr\u00e4umereien entstanden, findet er seinen Niederschlag in der Vorstellungswelt einer Gesellschaft in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, bis er in geheimnisvoller Weise seine Kraft verliert und verschwindet. <\/p><cite>Alberto Manguel<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Mythos ist eine Erz\u00e4hlung, die im Laufe der Zeit eine metaphorische Bedeutung erlangt, welche die individuelle Vorstellungswelt des Lesers transzendiert. Ob aus historischen Ereignissen, aus unbewussten Tr\u00e4umen oder bewussten Tr\u00e4umereien entstanden, findet er seinen Niederschlag in der Vorstellungswelt einer Gesellschaft in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, bis er in geheimnisvoller Weise seine Kraft verliert und verschwindet. Einige Mythen haben ein l\u00e4ngeres Leben als ihre Geschwister, andere unterlaufen so tiefgreifende Ver\u00e4nderungen, dass sie fast unkenntlich werden, sodass es m\u00f6glich ist, den Mythos als Produkt der Vorstellungskraft eines Poeten zu begreifen, das durch die Vorstellungen der Gesellschaft, in der er zu Gast ist,&nbsp; in ein Emblem oder eine Metapher der betrefflichen Gesellschaft verwandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mythen werden entsprechend der Bed\u00fcrfnisse einer bestimmten Zeit und eines Ortes umgewandelt, ge\u00e4ndert, aufgegriffen und in Metaphern \u00fcberf\u00fchrt. Doch der Mythos, so sehr er auch ver\u00e4ndert sein mag, bleibt in seinem Wesen an sich gleich, weil seine Entstehung keinem willk\u00fcrlichen Einfall entspringt, sondern eine konkrete Manifestation bestimmter gesellschaftlicher und individueller Ur-Intuitionen darstellt. \u201cMythen faszinieren uns\u201d, so der Jungianer Craig Stephenson, \u201cweil ihre Erz\u00e4hlungen tiefer reichen als die simple Erz\u00e4hlung einer sch\u00f6nen Geschichte. Man sp\u00fcrt, dass sie mit einer Bedeutung aufgeladen sind, die zugleich elementar und geteilt ist. Dass Mythen leben und sterben, kommen und gehen, ist zweifelsohne nicht \u00fcberraschend, denn sie k\u00f6nnten in einer gewissen Version oder einem gewissen Kontext ihre Festigkeit und ihre Bedeutung verlieren. Doch was genau passiert, wenn ein Mythos erscheint, verschwindet und dann immer wieder und wieder auftaucht, als ob er sich der Zeit widersetzt, als ob er seine Bedeutsamkeit bekr\u00e4ftigt? Besitzt ein Mythos nicht nur eine Bedeutung, sondern auch eine Kraft oder Eindringlichkeit?\u201d&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-2-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-2-381' title='&amp;nbsp;Craig Stephenson, &lt;em&gt;Anteros: A Forgotten Myth&lt;\/em&gt; (London &amp;amp; New York, Routledge, 2012) 1'><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"nachleben-note-deutsch-im-original-note-eines-mythos\"><strong><em>Nachleben<\/em>&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-3-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-3-381' title='Deutsch im Original.'><sup>3<\/sup><\/a><\/span><\/span> eines Mythos<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn sie auch den Mythos verkleiden kann, so kann die fiktive Intention niemals das anzestrale, ja archetypische, Skelett vernichten. Die Geschichte Europas, vermutlich erstmals in der Bronzezeit ersonnen, wurde von Ovid in Rom mit einer Form bedacht, die ihr Popularit\u00e4t verschaffte&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-4-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-4-381' title='&amp;nbsp;Ovid, &lt;em&gt;Metamorphosen&lt;\/em&gt;, II : 846-875'><sup>4<\/sup><\/a><\/span><\/span>. Was auch die urspr\u00fcngliche Geschichte des jungen M\u00e4dchen und des Stiers gewesen sein mag, durch die Version Ovids wurde sie die Erz\u00e4hlung einer Transformation, der Jungfrau Europa in die Sexualpartnerin des Zeus, von der Prinzessin zur K\u00f6nigin und Mutter von K\u00f6nigen, von der&nbsp; Einheimischen eines Landes zur zwangsweisen Migrantin, wodurch die Aufnahme in die <em>Metamorphosen <\/em>begr\u00fcndet ist, das Buch welches implizit die \u00dcberf\u00fchrung des griechischen <em>Imagin\u00e4ren <\/em>in ein r\u00f6misches.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name des Mythos variiert, je nachdem, in welcher Sprache er erz\u00e4hlt wird: \u201c<em>rape<\/em>\u201d im Englischen oder \u201c<em>rapto<\/em>\u201d im Spanischen verweisen auf die physische Gewalt, nicht nur die Entf\u00fchrung. Das deutsche \u201c<em>Entf\u00fchrung\u201d <\/em>und das franz\u00f6sische \u201c<em>enl\u00e8vement\u201d <\/em>implizieren nicht unbedingt eine Vergewaltigung. Allerdings doch, wenn es um Zeus geht: der Gott des Olymps war daf\u00fcr bekannt, mindestens ein halbes Dutzend Vergewaltigungen begangen zu haben, in den meisten F\u00e4llen mit dem Ergebnis, dass die vergewaltigte Frau nachtr\u00e4glich die Fr\u00fcchte dieses Verbrechens annahm: Ihre Kinder wurden zu Helden, die manchmal mit Unsterblichkeit ausgestattet waren&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-5-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-5-381' title='Zu den von Zeus verf\u00fchrten Frauen z\u00e4hlen auch Europe, Antiope, Callisto, Alkmene, Dana\u00eb&amp;nbsp; und Aigina. Auch der junge Ganymed fiel den Appetiten des Zeus zum Opfer.'><sup>5<\/sup><\/a><\/span><\/span>. In der griechischen Vorstellungswelt wurde die Vergewaltigung durch einen Gott an ihren Folgen gemessen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Die Pfeile des Eros k\u00f6nnen auch zur einer Transposition des erotischen Aktes auf die Ebene der Ideen f\u00fchren; im Falles Europas wird diese Idee zu einer kontinentalen Identit\u00e4t.&nbsp;<\/p><cite>Alberto Manguel<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die poetische Vorstellung &#8211; Zeus gesegnet von Eros &#8211; hat einen erotischen Akt heraufbeschworen, ebenso gewaltvoll wie schuldbeladen, der die Beherrschung eines gesamten Kontinent zur Folge haben w\u00fcrde. Die Pfeile des Eros k\u00f6nnen einen Liebeswahn entfesseln und an ein zuf\u00e4llig gew\u00e4hltes Objekt binden, wie es sich in der Weise zeigt, in der seine eigene Mutter den Reizen des Adonis verf\u00e4llt. In dem Fall, dass das geliebte Wesen sich seinem Liebhaber, dem Opfer der Liebe, despektierlich zeigt, kann es die Strafe von Eros Bruder, Anteros, erfahren (wie in der Legende, die Cicero in <em>De natura deorum<\/em> berichtet)&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-6-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-6-381' title='Cf. Craig Stephenson, &lt;em&gt;Anteros: A Forgotten Myth,&lt;\/em&gt; 7'><sup>6<\/sup><\/a><\/span><\/span>. Die Pfeile des Eros k\u00f6nnen auch zur einer Transposition des erotischen Aktes auf die Ebene der Ideen f\u00fchren; im Falles Europas wird diese Idee zu einer kontinentalen Identit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"imagination-und-anima\">Imagination und <strong><em>Anima<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mythen entstehen in der Stille. Wenn Ovid erkl\u00e4rt, dass die Geschichten, die er singen wird, den G\u00f6ttern entboren sind, erkl\u00e4rt er wie am Anfang nicht war, au\u00dfer der ruhigen Masse der Natur, weder gestaltet, noch eingez\u00e4unt. Dieser Masse haucht Gott, \u201cwelcher Gott es auch gewesen sein mag\u201d, seinen Atem ein und erschafft die Winde. Der Eeste Mythos war demnach der einer Metamorphose der Welt, ihres \u00dcbergangs von Schweigen zu Sprache: es ist nicht am Anfang sondern nach dem Anfang, dass das Wort beginnt: erinnern wir uns, dass in Ph\u00f6nizien, dem heimatlichen K\u00f6nigreichs Europas das Alphabet entstand.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Expliziter als Ovid best\u00e4tigt der Sch\u00f6pfungsmythos, wie er im Buch Genesis niedergelegt ist, dass die Worte sp\u00e4ter gekommen sind, als die Dinge, die sie bezeichnen. Nach der er Adam \u201caus dem Staub der Erde\u201d geformt und ihn in einem Garten \u00f6stlich von Eden gesetzt hat, macht sich Gott daran alle Tiere der Felder und V\u00f6gel der Himmel zu schaffen und bringt sie zu Adam, um zu sehen, wie dieser sie benennt; und welchen Namen auch immer Adam jedem Lebewesen gab, &#8222;so war sein Name&#8220;. \u00dcber Jahrhunderte hinweg haben sich Forscher \u00fcber diesen merkw\u00fcrdigen Austausch gewundert. War Eden ein Ort an dem nichts einen Namen hatte und war Adam damit beauftragt, Namen f\u00fcr die Dinge und Kreaturen zu finden, die er vor sich sah?&nbsp; Oder hatten die von Gott geschaffenen Tiere eigentlich Namen, die Adam, auf die ein oder andere Art kennen sollte und die er laut aussprechen musste, \u00e4hnlich eines Kindes, das einen Hund oder den Mond zum ersten Mal sieht? Der Genesismythos l\u00e4sst mindestens zwei Lesarten zu. Die zweite verkn\u00fcpft die Sprache mit Erziehung und Ged\u00e4chtnis; die Implikationen der ersten sind noch weitreichender.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"wie-entsteht-ein-mythos\"><strong>Wie entsteht ein Mythos ?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Schwierigkeit einer solchen Untersuchung besteht einerseits darin, dass das Problem der Vorstellung das scholastische Postulat missachtet, wonach \u201c<em>Nihil est causa sui ipsum<\/em>\u201d (\u201cNichts ist Grund seiner selbst\u201d). Sich etwas auszudenken erfordert die F\u00e4higkeit, sich etwas vorzustellen, eine F\u00e4higkeit, die unserem Verst\u00e4ndnis nach sich mit der F\u00e4higkeit zu verstehen vermischt. Vorstellen, Verstehen, Argumentieren, Nachdenken und Erw\u00e4gen sind eine Reihe von F\u00e4higkeiten, die wir dem menschlichen Gehirn zuordnen, die aber, um auf individueller und kollektiver Ebene verstanden zu werden, im Gehirn die Festlegung eines Standpunkts erfordern, eines festen Ausgangspunkts als betroffener Teil der Frage selbst. Eine Frage zu stellen erfordert diverse Festlegungen im Vokabular dieser Frage und schafft damit einen epistemologischen Zirkelschluss; um eine Antwort zu erhalten, muss dieser Zirkel durchbrochen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende der sechziger Jahre ver\u00f6ffentlichte Jorge Luis Borges eine Novelle, \u201cDavid Brodies Bericht\u201d, in welcher der Erz\u00e4hler &#8211; ein schottischer Missionar &#8211; die Braucht\u00fcmer eines primitiven Stammes, der Yahoo, so benannt in Hommage an <em>Gullivers Reisen,<\/em> erkl\u00e4rt. Er berichtet, dass eine Sitte des Stammes darin besteht, Dichter aufzusp\u00fcren. &#8222;Sechs oder sieben Worte, \u00fcblicherweise enigmatisch, k\u00f6nnen einem Menschen in den Sinn kommen. Unf\u00e4hig sich zur\u00fcckzuhalten wird dieser sie mit lauter Stimme deklamieren, aufrecht im Zentrum eines Kreises, der von auf dem Boden ausgestreckten Zauberern und anderen Gruppenmitgliedern gebildet wird. Wenn das Gedicht sie nicht bewegt, geschieht nichts, doch wenn die Worte des Poeten sie r\u00fchrt, entfernen sich alle von ihm, ohne Ger\u00e4usch, ergriffen von einem heiligen Grauen. Da sie sp\u00fcren, dass der Geist ihn ber\u00fchrt hat, wird niemand mehr mit ihm sprechen oder ihm einen Blick zuwerfen, nicht einmal seine Mutter. Er ist kein Mensch mehr, sondern ein Gott und jeder hat das Recht ihn zu t\u00f6ten.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-7-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-7-381' title='\u00fcbersetzt nach der franz\u00f6sischen Ausgabe: Jorge Luis Borges, \u00ab&amp;nbsp;Le rapport de Brodie&amp;nbsp;&lt;em&gt;\u00bb&lt;\/em&gt; in &lt;em&gt;Le rapport de Brodie&lt;\/em&gt;, \u00fcbers.. Fran\u00e7oise Rosset in &lt;em&gt;\u0152uvres compl\u00e8tes&lt;\/em&gt;, II (Paris, Gallimard, La Pl\u00e9iade, 1999) 252-253'><sup>7<\/sup><\/a><\/span><\/span>&#8222;<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/5786468465_06730ec051_o-scaled-1.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"2560\"\n        data-pswp-height=\"1700\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/5786468465_06730ec051_o-scaled-1-330x219.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/5786468465_06730ec051_o-scaled-1-690x458.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/5786468465_06730ec051_o-scaled-1-1340x890.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/5786468465_06730ec051_o-scaled-1-125x83.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<p>Nach dem Vorbild unserer fernen Vorfahren, um ein Feuer in ihren H\u00f6hlen versammelt, haben wir immer das Bed\u00fcrfnis versp\u00fcrt, \u201csechs oder sieben Worte\u201d zusammenzunehmen um jene unaussprechlichen Erfahrungen zu kommunizieren, die wir erleben. Und wie bei den Yahoo-Poeten geschieht zumeist \u201cnichts\u201d. Die Worte, die wir aussprechen, r\u00fchren nicht, begeistern jene, die ihnen lauschen, nicht und einmal niedergeschrieben, in den Gesellschaften die vor sechstausend Jahren angefangen haben zu schreiben, werden diese unbelebten Worte in Bibliotheken verbannt wo sie in stiller Hoffnung auf die Ankunft ihrer Erl\u00f6ser warten, bei denen sie eines Tages ein Wiedererkennen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Die Literatur &#8211; Kunst &#8211; verf\u00fcgt \u00fcber unendliche Geduld.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>So wie wir sie individuell erfahren, erscheint die Vorstellungskraft durch intimere Bindungen &#8211; an eine Landschaft, eine Sprache, eine bestimmte Mythologie &#8211; gepr\u00e4gt,&nbsp; so dass sie, wenn sie dieser Bindungen beraubt wird, schw\u00e4cher wird und verk\u00fcmmert.<\/p><cite>Alberto Manguel<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Als Tr\u00e4ger stellvertretender Erfahrungen bieten die \u201csechs oder sieben Worte\u201d Identit\u00e4tsans\u00e4tze, die gleicherma\u00dfen pers\u00f6nlich wie spezifisch f\u00fcr die Mitglieder einer gegebenen sozialen Gruppe sind. Es k\u00f6nnte durchaus sein, dass trotz des Bem\u00fchens um Kosmopolitismus und des Wunsches, Grenzen zu ignorieren, die Vorstellungskraft endemischer Natur ist. Nicht im Sinne einer reduktionistischen Beschr\u00e4nkung, die behauptet, dass Sinn nur ausschlie\u00dflich au\u00dferhalb des Gehirns existiert, sondern im Gegenteil durch Eingest\u00e4ndnis der Tatsache, dass die Vorstellungskraft sich unterbewusst zu bestimmten Objekten hingezogen f\u00fchlt und in gewissen R\u00e4umen eine obskure, anzestrale Vertrautheit erkennt, die das entstehen l\u00e4sst, was der amerikanische Forscher Daniel Dennett als \u201ccompetence without comprehension&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-8-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-8-381' title='Daniel C. Dennett, &lt;em&gt;From Bacteria to Bach and Back : The Evolution of Minds&lt;\/em&gt; (New York, W. W. Norton &amp;amp; Co., 2017) 406'><sup>8<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d bezeichnet. Die Vorstellungskraft ist nicht nur Angelegenheit universeller Hierarchien: Raum- und Zeit-Koordinaten, chromatische Spektren, emotionale oder sexuelle Reaktionen. So wie wir sie individuell erfahren, erscheint die Vorstellungskraft durch intimere Bindungen &#8211; an eine Landschaft, eine Sprache, eine bestimmte Mythologie &#8211; gepr\u00e4gt,&nbsp; so dass sie, wenn sie dieser Bindungen beraubt wird, schw\u00e4cher wird und verk\u00fcmmert. Nostalgie, ein Begriff, der 1688 vom els\u00e4ssischen Arzt Johannes Hofer geschaffen wurde, ist der klassische Ausdruck solcher Verluste. Unter welcher Konstellation von Mythen k\u00f6nnten wir also tr\u00e4umen ?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Untersuchung der langfristigen Bedeutung der Mythen als Fr\u00fcchte der Einbildung vergleicht Roberto Calasso den Mythos mit einem einzelnen Zweig eines riesigen Baumes. \u201cUm ihn zu verstehen\u201d, sagt er, \u201cmuss man eine gewisse Wahrnehmung des gesamten Baumes und der vielen Verzweigungen die darin versteckt sind haben. Doch der Baum ist nicht mehr da, scharfe \u00c4xte haben ihn abgeschlagen\u201d&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-9-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-9-381' title='\u00ab&amp;nbsp;Un mito \u00e8 una biforcazione in un ramo di un immenso albero. Per capirlo occorre avere una qualche percezione dell&amp;#8217;intero albero e di un alto numero delle biforcazioni che vi si celano. Quell&amp;#8217;albero non c&amp;#8217;\u00e8 pi\u00f9 da lungo tempo, asce ben affilate l&amp;#8217;hanno abbattuto.&amp;nbsp;\u00bb Roberto Calasso, &lt;em&gt;L\u2019ardore&lt;\/em&gt; (Milano, Adelphi, 2010) 450-451'><sup>9<\/sup><\/a><\/span><\/span>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-mythos-eine-ubersetzung\"><strong>Der Mythos, eine \u00dcbersetzung&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mythen sind nicht nur Spiegel sondern Spiegelgalerien. Wenn wir in sie eindringen, werden sie zu Denksystemen, die sich in Richtung einer \u00e4u\u00dferen Welt verzweigen und Erdh\u00f6hlen der Aufkl\u00e4rung, die sich ins Unbewusste eingraben. Wir konstruieren sie, um uns vom Traum zum Wachzustand und von der Empfindung zur Erfahrung bewegen zu k\u00f6nnen und w\u00fcrden wir uns daf\u00fcr entscheiden, sie aufzugeben, w\u00fcrden wir uns im wahrsten Sinne des Wortes ohne Wissen wiederfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vielf\u00e4ltigen Lesarten bestimmter Mythen bilden den Pr\u00fcfstein, ausgehend von dem den V\u00f6lkern Europas eine ebenso intuitive wie wandelbare Persona, ein gemeinsamer Ursprung und eine gemeinsame Sprache verliehen wurden. Durch seine Wandungen, \u00dcbersetzungen und Migrationen bietet jeder Mythos unterschiedlichen Gesellschaften eine assoziative Funktion, w\u00e4hrend er Zeit und Raum durchquert. Ein Mythos mit uralten Wurzeln kann sich auf die Gegenwart beziehen, wenn etwas in seiner Essenz zu dem Individuum oder der Gesellschaft spricht, die entschieden hat, mit ihm in Dialog zu treten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Europa ist ein instabiles Konzept, eine geographische, demographische und politische Konfiguration, deren konstituierende Bestandteile nicht aufh\u00f6ren, sich zu verwandeln. Das Europa des imperialen Roms ist nicht das von Dante; das Europa von Erasmus und Descartes ist nicht das von Goethe.<\/p><cite>Alberto Manguel<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Fall der europ\u00e4ischen Identit\u00e4t ist ein besonderer. Europa ist ein instabiles Konzept, eine geographische, demographische und politische Konfiguration, deren konstituierende Bestandteile nicht aufh\u00f6ren, sich zu verwandeln. Das Europa des imperialen Roms ist nicht das von Dante; das Europa von Erasmus und Descartes ist nicht das von Goethe. Wenn man Voltaire glaubt, so hat der Enkel von Ludwig XIV , als er den spanischen Thron bestieg, in dem Bewusstsein, dass die Geographie eine Konstruktion ist, verk\u00fcndet: \u201cEs gibt keine Pyren\u00e4en mehr!\u201d&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-10-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-10-381' title='&amp;nbsp;Voltaire, &lt;em&gt;Le si\u00e8cle de Louis XIV&lt;\/em&gt; [1753]'><sup>10<\/sup><\/a><\/span><\/span> Dieser Tage wird die europ\u00e4ische Identit\u00e4t zwischen mindestens zwei Fragen abgewogen: Sollte die T\u00fcrkei als europ\u00e4ischer Staat betrachtet werden, und sollte man Gro\u00dfbritannien erlauben, diese Identit\u00e4t aufzugeben?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cJeder europ\u00e4ische Schriftsteller ist \u2018Sklave seiner Taufe\u2019\u201d, erkl\u00e4rte Julio Cort\u00e1zar, \u201cwenn ich Rimbaud paraphrasieren darf. Ob er es will oder nicht, bringt seine Entscheidung zu schreiben die Last einer immensen, ja furchteinfl\u00f6\u00dfenden, Tradition mit sich; ob er sie akzeptiert oder gegen sie aufbegehrt, diese Tradition bewohnt ihn, sie ist seine Vertraute oder sein Inkubus.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-11-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-11-381' title='&amp;nbsp;\u00ab&amp;nbsp;Todo escritor europeo es&amp;nbsp;\u201cesclavo de su bautismo\u201d&lt;strong&gt;,&amp;nbsp;&lt;\/strong&gt;si cabe parafrasear a Rimbaud&amp;nbsp;; lo quiera o no, su decisi\u00f3n de escribir comporta cargar con una inmensa y casi pavorosa tradici\u00f3n; la acepte o luche contra ella, esa tradici\u00f3n lo habita, es su familiar o su \u00edncubo.&amp;nbsp;\u00bb Julio Cort\u00e1zar, &lt;em&gt;La vuelta al d\u00eda en ochenta mundos&lt;\/em&gt;, vol. 2 (Mexico, Siglo XXI, 1967) 54'><sup>11<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d Heute sieht sich diese Tradition mit dem Mythos von Europa konfrontiert, in einem kulturellen Kontext, der eine Reihe von Tatsachen erkannt hat (aber sicher nicht ausgemerzt), als da sind: die von den Kolonisatoren abzuleistende Schuld im Lichte des Postkolonialismus, die Anerkenung der Vergewaltigung als Kriegswaffe, die enorme Frage der Gefl\u00fcchteten und der \u00f6konomischen Migranten. Besonders Europas Status als Identit\u00e4t wird best\u00e4ndig durch neue Sichtweisen in Frage gestellt. Und dennoch ist sie in gewisser Weise gr\u00f6\u00dftenteils erhalten geblieben. Bereits 1871 warnte der portugiesische Poet Antero de Quental vor einer sklavischen Unterwerfung unter die Tradition, die durch den Wunsch motiviert ist, Teil dessen zu sein, was er \u201cdas kultivierte Europa\u201d nannte. \u201cRespektieren wir das Ged\u00e4chtnis unserer Vorfahren, erinnern wir uns and\u00e4chtig ihrer Taten, doch imitieren wir sie nicht. Lasst uns nicht im Lichte des 19. Jahrhunderts die Gespenster eines dem 16. Jahrhunderts entliehenen Lebens sein. Diesem t\u00f6dlichen Geist wollen wir offen den Geist von heute entgegenstellen.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-12-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-12-381' title='Antero de Quental, &lt;em&gt;Causas da decad\u00eancia dos povos peninsulares nos tr\u00e9s \u00faltimos s\u00e9culos: Discurso pronunciado na noite de 27 de maio na Sala do Casino Lisbonense&lt;\/em&gt;, Pr\u00e9facio de Eduardo Louren\u00e7o (Lisboa, Tinta-da-china, 2008) 93 '><sup>12<\/sup><\/a><\/span><\/span>&#8222;<\/p>\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-block-image-large\"\n    data-shadow=\"false\"\n    data-use-original-file=\"false\">\n    <a\n        data-pswp-src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30240631_000008-scaled-1.jpg\"\n        class=\"inline-block gallery-item no-underline \"\n        data-pswp-width=\"2560\"\n        data-pswp-height=\"1706\">\n                                        <picture>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30240631_000008-scaled-1-330x220.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 374px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30240631_000008-scaled-1-690x460.jpg\"\r\n                media=\"(max-width: 989px)\" \/>\r\n                    <source\r\n                srcset=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30240631_000008-scaled-1-1340x893.jpg\"\r\n                media=\"(min-width: 990px)\" \/>\r\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30240631_000008-scaled-1-125x83.jpg\" \/>\r\n        <\/picture>\r\n                            \n            <\/a>\n<\/figure>\n\n\n<p>Eine Frage dr\u00e4ngt sich auf: Was ist dieser \u201cheutige Geist\u201d im Kontext des uralten Mythos von Europa und ihrem verliebten Stier? Wo stehen wir gegenw\u00e4rtig, in diesem einundzwanzigsten Jahrhundert, mit unserer Lekt\u00fcre des Mythos und seiner Verwendung als Metapher? Umberto Eco behauptete bekanntlich, dass die Sprache Europas die \u00dcbersetzung sei. Aber \u00dcbersetzung von was und in welche Sprache? Um Fausts Verzweiflung \u00fcber die Sinnlosigkeit akademischen Wissens zu verdeutlichen, beauftragt Goethe den Gelehrten mit dem Versuch, den ersten Vers des Johannesevangeliums ins Deutsche zu \u00fcbersetzen. Der entscheidende Punkt der Szene ist der Moment, in dem Faust versucht, die Bedeutung des Wortes Wort zu erfassen, das Luther aus dem altgriechischen Logos \u00fcbersetzt hat, ein Begriff der im Franz\u00f6sischen traditionell mit Verbe \u00fcbersetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Faust sagt :&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Geschrieben steht: \u201eim Anfang war das Wort!<br>\u201cHier stock\u2019 ich schon! Wer hilft mir weiter fort?<br>Ich kann das Wort so hoch unm\u00f6glich sch\u00e4tzen,<br>Ich mu\u00df es anders \u00fcbersetzen,<br>Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.<br>Geschrieben steht: im Anfang war der Sinn.<br>Bedenke wohl die erste Zeile,<br>Da\u00df deine Feder sich nicht \u00fcbereile!<br>Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?<br>Es sollte stehn: im Anfang war die Kraft!<br>Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,<br>Schon warnt mich was, da\u00df ich dabey nicht bleibe.<br>Mir hilft der Geist! auf einmal seh ich Rath<br>Und schreibe getrost: im Anfang war die That!&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-13-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-13-381' title='Goethe, &lt;em&gt;Faust I&lt;\/em&gt;, I.Akt, III. Szene, VV. 1224-1237'><sup>13<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diese drei Bedeutungen sind in dem Begriff <em>Logos<\/em> und in jeder \u00dcbersetzung enthalten. <em>Sinn<\/em> belebt Zeus, so wie er Europa belebt,&nbsp; im einen Fall, indem er Zeus dazu bringt, sich vorzustellen, wie er das M\u00e4dchen entf\u00fchren k\u00f6nnte, und im anderen Fall, indem er ihr hilft, sich (zu sp\u00e4t) der von dem Gott eingef\u00e4delten List bewusst zu werden; <em>Kraft<\/em>, die es Zeus erlaubt, seinen Willen durchzusetzen und di nach ihrer Ankunft auf dem Festland auch der vergewaltigten Europa gew\u00e4hrt wird; <em>Tat<\/em> ist die Zusammenfassung des Mythos, die Durchf\u00fchrung einer Entf\u00fchrung als Metapher f\u00fcr Wanderung, Ankunft und Gr\u00fcndung, wobei jedes Ding durch seine Bewegung zu einem anderen wird. Entf\u00fchrung, Metamorphose, Metapher, \u00dcbersetzung: so viele Begriffe, die den \u00dcbergang von einer Existenzweise in eine andere beschreiben, das was Nietzsche mit Verweis auf Europa, als \u201cZustand des Werdens\u201d&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-14-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-14-381' title='Friedrich Nietzsche, &lt;em&gt;Jenseits von Gut und B\u00f6se. Zur Genealogie der Moral&lt;\/em&gt;, 242, edited by Giorgio Colli and Mazzino Montinari (M\u00fcnchen, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2002)'><sup>14<\/sup><\/a><\/span><\/span> beschreibt. In diesem Sinne ist der Mythos Europas selbst eine perfekte Metapher der Geschichte, die er zu erz\u00e4hlen vorgibt, ein Mythos der die \u00dcbersetzung zum Thema und zum Gegenstand hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jede \u00dcbersetzung ist eine Affirmation. \u00dcbersetzen bedeutet, die Identit\u00e4t eines Textes aus einem Verband von semantischer Zeichen in einen anderen zu transportieren um seine urspr\u00fcngliche Identit\u00e4t unter einer anderen und dennoch gleichwertigen Form zu best\u00e4tigen und wiederherzustellen; ein bescheidener Akt der Transsubstantiation, der die Substanz des Textes in einer ebenso wundersamen wie konkreten Geste umwandelt und durch den sich die G\u00fcltigkeit der Sprache selbst best\u00e4tigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Jede \u00dcbersetzung ist eine Affirmation. \u00dcbersetzen bedeutet, die Identit\u00e4t eines Textes aus einem Verband von semantischer Zeichen in einen anderen zu transportieren um seine urspr\u00fcngliche Identit\u00e4t unter einer anderen und dennoch gleichwertigen Form zu best\u00e4tigen und wiederherzustellen; ein bescheidener Akt der Transsubstantiation, der die Substanz des Textes in einer ebenso wundersamen wie konkreten Geste umwandelt und durch den sich die G\u00fcltigkeit der Sprache selbst best\u00e4tigt.&nbsp;<\/p><cite>Alberto Manguel<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201cDessenungeachtet scheint es mir,\u201d sagt Don Quixote, \u201cda\u00df das \u00dcbersetzen aus einer Sprache in die andere, wenn es nicht aus den K\u00f6niginnen der Sprachen, der griechischen und lateinischen, geschieht, sich so verh\u00e4lt, als wenn man die flam\u00e4ndischen Tapeten auf der unrechten Seite sieht, denn ob sich gleich die Figuren zeigen, so sind sie doch voller F\u00e4den, die sie entstellen, und sie zeigen sich nicht in der Sch\u00f6nheit und Vollkommenheit wie auf der rechten Seite&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-15-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-15-381' title='Miguel de Cervantes Saavedra, Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha, \u00fcbers. von Ludwig von Tiek, Zweiter Teil, 10.Buch, 10.Kapitel (Berlin, R\u00fctten &amp;amp; Loening,1966) 439-440'><sup>15<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d. Eine \u00dcbersetzung ist somit eine Affirmation, die mit der Evidenz der durchlebten Transformation beschwert ist, die sich bewusst ist, dass sie die Wendung des Originals verloren hat, aber wei\u00df, dass sie ungeachtet der sichtbaren F\u00e4den immer noch ihren Ursprungsort erkennt. Europa bleibt, von einem Ende zum anderen, jene, die das verlassene ph\u00f6nizische K\u00f6nigreich definiert oder, um die Worte Dantes aufzugreifen: der Ort, \u201cwo s\u00fc\u00dfe Last Europa ward&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-16-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-16-381' title='\u00ab&amp;nbsp;nel cual si fece Europa dolce carco&amp;nbsp;\u00bb&lt;em&gt; Paradiso&lt;\/em&gt;, XXVII:84, hier zitiert nach: Dante, Die G\u00f6ttliche Kom\u00f6die, Das Paradies, \u00fcbers. von Karl Witte,&amp;nbsp; XXVII. Gesang, Vers 84 (Berlin, Askanischer Verlag 2013 [1916])'><sup>16<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbersetzung ist auch ein Dialog. Sie kann eine kritische Reaktion des \u00dcbersetzers auf den Originaltext zulassen, was manchmal zu der Versuchung f\u00fchrt, den Originaltext zu &#8222;sterilisieren&#8220;, wie im Falle jener \u00dcbersetzer aus dem Griechischen und Lateinischen, die im 19. Jahrhundert gleichgeschlechtliche Liebende in heterosexuelle Paare verwandelten&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-17-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-17-381' title='Cf. John Boswell, &lt;em&gt;Christianity, Social Tolerance, and Homsexuality : Gay People in Western Europe from the Beginning of the Christian Era to the Fourteenth Century&lt;\/em&gt; (Chicago, University of Chicago Press, 1982)'><sup>17<\/sup><\/a><\/span><\/span>; manchmal nahmen sie stilistische &#8222;Veredelungen&#8220; vor, wie ein Arno Schmidt, der die schw\u00fclstigen Romane von Edward Bulwer-Lytton ins Deutsche \u00fcbersetzte; manchmal f\u00fcgten sie in den \u00fcbersetzten Text eigene Passagen ein. Augustinus beruft sich in einem Text \u00fcber die Doppelnatur der Seele auf das Recht oder Pflicht \u201cdie andere Seite anzuh\u00f6ren&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-18-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-18-381' title='Augustinus, &lt;em&gt;De Duabus Animabus&lt;\/em&gt;, XlV:II'><sup>18<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d, audi partem alterami, ein Rechtsprinzip, das vom Europarat erst 2004, siebzehn Jahrhunderte nach Augustinus, durch eine offizielle Empfehlung angenommen wurde, die dieses Recht so definiert, dass es jedem &#8222;die M\u00f6glichkeit gibt, auf Medienberichte zu reagieren, die falsche Tatsachen darstellen [&#8230;] und seine pers\u00f6nlichen Rechte beeintr\u00e4chtigen&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-19-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-19-381' title='&amp;nbsp;Recommendation 16.1 of the Committee of Ministers of the Council of Europe to member states on the right of reply in the new media environment (Adopted by the Committee of Ministers on 15 December 2004 at the 909&lt;sup&gt;th&lt;\/sup&gt; meeting of the Ministers\u2019 Deputies)'><sup>19<\/sup><\/a><\/span><\/span>&#8222;. In einem Werk mit dem Titel Involontary Dislocation verteidigt Renos K. Papadopolous die Auffassung, dass die andere Seite &#8222;nur in einer Sprache ausgedr\u00fcckt werden kann, die in der Lage ist, die Mehrdeutigkeiten, das Schweigen und die Dilemmata sowie den algos (Schmerz) der Sehnsucht nach einem unbekannten nostos [Heimweh] im Rahmen einer gew\u00e4hlten Raumzeit wiederzugeben. Es w\u00e4re also keineswegs \u00fcbertrieben, diese \u2018andere Sprache\u2019 als poetisch zu bezeichnen&#8220;. Papadopoulos schloss: &#8222;Die &#8218;andere Sprache&#8216; ist das, was man zu artikulieren versucht, wenn man von schweren Formen der Ungl\u00fccks bis ins Mark seines Wesens ersch\u00fcttert wird.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-20-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-20-381' title='Renos K. Papadopoulos, &lt;em&gt;Involuntary Dislocation : Home, Trauma, Resilience, and Adversity-Activated Development&lt;\/em&gt; (Abingdon &amp;amp; New York, Routledge, 2021) 294'><sup>20<\/sup><\/a><\/span><\/span> &#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich komme nun zum Schluss. Auf einem langen und kurvigen Weg habe ich versucht, die heikle Frage der Identit\u00e4t Europas zu erkunden. Ausgehend vom griechischen Mythos habe ich mich gefragt, wie eine Erz\u00e4hlung zum Mythos wird und wie ein wiedererlangter Mythos zur Metapher einer Identit\u00e4t werden kann, wie dieser Prozess vor sich geht und im Geist abl\u00e4uft und und wie die Vorstellungskraft funktioniert um Erz\u00e4hlungen zu erschaffen, unter Ber\u00fccksichtigung bestimmter physiologischer Indizien und bestimmter poetischer Intuitionen. Und schlie\u00dflich, mit der Frage, ob der Begriff der \u00dcbersetzung dazu beitragen k\u00f6nnte, zumindest einen Teil des Vorgangs zu erkl\u00e4ren, habe ich einen Punkt erreicht, der zweifelsohne keine abschlie\u00dfende Erkenntnis ist. Doch Flaubert tr\u00f6stet mich, wenn er schreibt \u201cdie Erkenntnis scheint mir zu meist ein dummer Akt.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-21-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-21-381' title='&amp;nbsp;\u00ab&amp;nbsp;La conclusion, la plupart du temps, me semble acte de b\u00eatise.&amp;nbsp;\u00bb Gustave Flaubert, \u00ab&amp;nbsp;Lettre \u00e0 Louise Colet du 31 mars 1853&amp;nbsp;\u00bb in &lt;em&gt;Correspondance,&lt;\/em&gt;&amp;nbsp;II (Paris, Gallimard, La Pl\u00e9iade, 1980) 295'><sup>21<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz nach seiner erzwungenen Verbannung 1302, in die er wom\u00f6glich nichts mit sich nahm als einige Entw\u00fcrfe des Gedichts, dass er in seiner Muttersprache verfasste, versuchte Dante, Europa zu definieren, dieses Drittel der dreigeteilten Welt, von dem die italienischen Staaten und sein geliebtes Florenz, einen Teil ausmachten. Daf\u00fcr griff Dante auf ein Wort zur\u00fcck, dass Jahrhunderte sp\u00e4ter James Joyce, fieberhafter Dankte-Leser f\u00fcr seine Beatrice, Molly, w\u00e4hlte: \u201cJa\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cIn dieser gesamten Region, die sich von der M\u00fcndung der Donau (oder dem Meotidischen Sumpf) bis zu den \u00f6stlichen Ufern Englands ausdehnt,\u201d schrieb Dante in De vulgari eloquentia, \u201cdie durch die Grenzen der Italiener und der Franzosen und durch den Ozean definiert ist, herrschte eine einzige Sprache, selbst wenn sie im Folgenden durch die Slawen, die Ungarn, die Teutonen, die Sachsen, die Engl\u00e4nder und viele andere Nationen in viele Regionalsprachen aufgespalten wurde. Eine einzige Spur ihres gemeinsamen Ursprungs bleibt in fast allen, und zwar dass man in all den aufgef\u00fchrten Nationen um zustimmend zu antworten i\u00f2 sagt.&nbsp;<span class='whitespace-nowrap'><span id='easy-footnote-22-381' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#easy-footnote-bottom-22-381' title='Dante, &lt;em&gt;De vulgari eloquentia&lt;\/em&gt;&amp;nbsp;I.8.4, vorliegend \u00fcbersetzt nach der franz\u00f6ssichen \u00dcbersetzung durch den Autor dieses Textes. '><sup>22<\/sup><\/a><\/span><\/span>\u201d Der Mythos von Europa beginnt mit einer Entf\u00fchrung, doch er endet mit einer Affirmation, Europas \u00dcbersetzung von Zeus Vergewaltigungswunsch in ihren eigenen Gr\u00fcndungswunsch, \u00dcbersetzung des Negativen in Positives, die \u00dcbersetzung eines Nein in ein Ja.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMythen sind nicht nur Spiegel, sondern Spiegelgalerien. Wenn wir in sie eindringen, werden sie zu Denksystemen, die sich in Richtung einer \u00e4u\u00dferen Welt verzweigen und Erdh\u00f6hlen der Aufkl\u00e4rung, die sich ins Unbewusste eingraben.\u201c Ein Lehrst\u00fcck von Alberto Manguel.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":382,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"templates\/post-editorials.php","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_trash_the_other_posts":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"staff":[46],"editorial_format":[],"serie":[],"audience":[],"geo":[],"class_list":["post-381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorised","staff-alberto-manguel"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u201eMythen sind nicht nur Spiegel, sondern Spiegelgalerien. Wenn wir in sie eindringen, werden sie zu Denksystemen, die sich in Richtung einer \u00e4u\u00dferen Welt verzweigen und Erdh\u00f6hlen der Aufkl\u00e4rung, die sich ins Unbewusste eingraben.\u201c Ein Lehrst\u00fcck von Alberto Manguel.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Der Grand Continent\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-02-15T17:31:52+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-02-19T11:24:05+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1707\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"2560\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"alevals\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"alevals\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"23\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/\",\"url\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/\",\"name\":\"Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg\",\"datePublished\":\"2022-02-15T17:31:52+00:00\",\"dateModified\":\"2025-02-19T11:24:05+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/65e95442ccc8faeb99165aa95bcea06e\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg\",\"width\":1707,\"height\":2560,\"caption\":\"CHENGDU, CHINA - APRIL 12, 2021 - A view of zhongshuge Bookstore, dubbed \\\"The most beautiful bookstore in China\\\", in Chengdu City, Sichuan Province, China, April 12, 2021. (Photo by Li Dongping \/ Costfoto\/Sipa USA)\/35826800\/\/2110300350\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Strona g\u0142\u00f3wna\",\"item\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Europa: Der Mythos als Metapher\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/\",\"name\":\"Der Grand Continent\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/65e95442ccc8faeb99165aa95bcea06e\",\"name\":\"alevals\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/94b13c11b37d5487c1720b83c90d23d4?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/94b13c11b37d5487c1720b83c90d23d4?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"alevals\"},\"description\":\"My french info\",\"url\":\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/author\/alevals\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent","og_description":"\u201eMythen sind nicht nur Spiegel, sondern Spiegelgalerien. Wenn wir in sie eindringen, werden sie zu Denksystemen, die sich in Richtung einer \u00e4u\u00dferen Welt verzweigen und Erdh\u00f6hlen der Aufkl\u00e4rung, die sich ins Unbewusste eingraben.\u201c Ein Lehrst\u00fcck von Alberto Manguel.","og_url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/","og_site_name":"Der Grand Continent","article_published_time":"2022-02-15T17:31:52+00:00","article_modified_time":"2025-02-19T11:24:05+00:00","og_image":[{"width":1707,"height":2560,"url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"alevals","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"alevals","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"23\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/","url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/","name":"Europa: Der Mythos als Metapher - Der Grand Continent","isPartOf":{"@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg","datePublished":"2022-02-15T17:31:52+00:00","dateModified":"2025-02-19T11:24:05+00:00","author":{"@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/65e95442ccc8faeb99165aa95bcea06e"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#primaryimage","url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg","contentUrl":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/15\/2025\/02\/SIPA_SIPAUSA30285540_000002-scaled-1.jpg","width":1707,"height":2560,"caption":"CHENGDU, CHINA - APRIL 12, 2021 - A view of zhongshuge Bookstore, dubbed \"The most beautiful bookstore in China\", in Chengdu City, Sichuan Province, China, April 12, 2021. (Photo by Li Dongping \/ Costfoto\/Sipa USA)\/35826800\/\/2110300350"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2022\/02\/15\/europa-der-mythos-als-metapher\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Strona g\u0142\u00f3wna","item":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Europa: Der Mythos als Metapher"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/","name":"Der Grand Continent","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/65e95442ccc8faeb99165aa95bcea06e","name":"alevals","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/94b13c11b37d5487c1720b83c90d23d4?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/94b13c11b37d5487c1720b83c90d23d4?s=96&d=mm&r=g","caption":"alevals"},"description":"My french info","url":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/author\/alevals\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1062,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions\/1062"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381"},{"taxonomy":"staff","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/staff?post=381"},{"taxonomy":"editorial_format","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/editorial_format?post=381"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=381"},{"taxonomy":"audience","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/audience?post=381"},{"taxonomy":"geo","embeddable":true,"href":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/geo?post=381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}