Click here to download the PDF<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\nDem deutschen Kanzler Merz ist hoch anzurechnen, dass er die Augen vor den tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen in den Vereinigten Staaten nicht verschlie\u00dft. Am Abend seines Wahlsiegs erkl\u00e4rte Friedrich Merz, Europa m\u00fcsse sich Schritt f\u00fcr Schritt von den USA unabh\u00e4ngig machen und f\u00fcr eine Welt ohne NATO wappnen.<\/p>\n\n\n\n
Auch Polen, das Frankreichs Bem\u00fchungen um eine europ\u00e4ische Verteidigungsintegration jahrzehntelang beargw\u00f6hnte, will nun mit Paris \u00fcber eine Ausweitung des franz\u00f6sischen Nuklearschirms reden.<\/p>\n\n\n\n
Die fiskalpolitisch zur\u00fcckhaltenden D\u00e4nen ihrerseits, die erst seit 2022 an der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europ\u00e4ischen Union teilnehmen, fordern sogar, dass die EU Schulden aufnimmt, um Europas kollektive Verteidigung zu finanzieren.<\/p>\n\n\n\n
Die Welt ist in eine Phase der Diskontinuit\u00e4ten eingetreten. Und Europa steht m\u00f6glicherweise an der Schwelle zu seinem \u201cPhiladelphia-Moment\u201d: mit historischen Schritten voran gleichzeitig in der Verteidigungs-, Fiskal- und politischen Integration, was im besten Fall eine neue Phase des Staatenbunds einl\u00e4uten wird.<\/p>\n\n\n\n
Doch ob es tats\u00e4chlich zum gro\u00dfen Sprung nach vorn kommt, h\u00e4ngt wie immer in erster Linie davon ab, ob Frankreich und Deutschland sich auf einen \u201cGrand Bargain<\/em>\u201d einigen. Hoffnung besteht. Mit Friedrich Merz und Emmanuel Macron regieren in beiden L\u00e4ndern die pro-europ\u00e4ischsten Politiker seit Anfang der 1990er Jahre.<\/p>\n\n\n\nDeutschlands wahre Zeitenwende<\/h2>\n\n\n\n
Russlands Neoimperialismus, Donald Trumps Infragestellung der NATO, w\u00e4hrend der US-Pr\u00e4sident obendrein einen Handelskrieg anzettelt und Wahlkampf f\u00fcr die Rechtsextremen macht: All dies hat in der Bundesrepublik einen Meinungsumschwung zur Frage einer eigenst\u00e4ndigen europ\u00e4ischen Verteidigung im Allgemeinen und der nuklearen Abschreckung im Besonderen ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n
Umfragen zeigen, dass nunmehr 54 Prozent der Deutschen Gespr\u00e4che mit Paris und London \u00fcber den Aufbau einer unabh\u00e4ngigen europ\u00e4ischen nuklearen Abschreckung bef\u00fcrworten