{"id":1138,"date":"2025-02-21T16:30:03","date_gmt":"2025-02-21T16:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/?p=1138"},"modified":"2025-02-21T17:08:48","modified_gmt":"2025-02-21T17:08:48","slug":"deutsche-wahlen-die-schluessel-zu-einer-entscheidenden-abstimmung-exklusive-umfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/legrandcontinent.eu\/de\/2025\/02\/21\/deutsche-wahlen-die-schluessel-zu-einer-entscheidenden-abstimmung-exklusive-umfragen\/","title":{"rendered":"Bundestagswahl 2025: Schl\u00fcsselerkenntnisse zur deutschen Parteienlandschaft im Wahlkampf (exklusive Umfragen)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Im Vorfeld der deutschen Bundestagswahlen am 23. Februar 2025 hat das franz\u00f6sische Meinungsforschungsinstitut Cluster 17 mehrere Studien durchgef\u00fchrt, um die wichtigsten Konfliktlinien und die Strukturierung der deutschen W\u00e4hlerschaft in Wertecluster zu verstehen. Der Artikel pr\u00e4sentiert die Ergebnisse der Wahltagsbefragung \u201cjour de votes\u201d bei der Europawahl im Juni vergangenen Jahres und der j\u00fcngsten Abfrage der Wahlabsichten, die zwischen dem 16. und 18. Februar 2025 im Rahmen der Studie in der Serie \u201cintentions de vote\u201d durchgef\u00fchrt wurde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Europawahl am 9. Juni 2024 stand in Deutschland im Zeichen einer starken Ablehnung der Parteien der regierenden \u201cAmpelkoalition\u201d von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen, SPD (rot) und FDP (gelb). Die beiden letztgenannten Parteien erlitten einen betr\u00e4chtlichen Stimmenverlust im Vergleich zu den Bundestagswahlen 2021: Die FDP fiel von 11,5 % auf 5,2 % und verlor damit mehr als die H\u00e4lfte ihrer W\u00e4hlerstimmen. Der R\u00fcckgang der SPD von 25,7 % auf 13,9 % war \u00e4hnlich beeindruckend. Im Vergleich dazu fiel der Stimmenverlust der Gr\u00fcnen mit \u201enur\u201c 2,9 Prozentpunkten von 14,8 % auf 11,9 % etwas geringer aus. In Summe kam die Ampelkoalition, die bei ihrem Amtsantritt am 8. Dezember 2021 f\u00fcr sich beanspruchen konnte, 52 % der W\u00e4hlerschaft zu repr\u00e4sentieren, am Abend des 9. Juni 2024 nur&nbsp; noch auf 31%.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wir im Folgenden sehen werden, war diese Abwahl wohl unvermeidlich. Denn die Erwartungen der W\u00e4hlerschaft der verschiedenen Koalitionsparteien, insbesondere der Gr\u00fcnen und der FDP, waren nicht nur nicht kompatibel, sondern in Teilen sogar v\u00f6llig entgegengesetzt, und zwar entlang deutlich erkennbarer Konfliktlinien. Immer wieder hat sich die Koalition in Schl\u00fcsselbereichen ihres Koalitionsprogramms und ihrer Politik \u00fcberworfen und gespalten, was zweifellos dazu beigetragen hat, ihre Unpopularit\u00e4t noch weiter zu steigern: Energiewende, Sozialpolitik, Haushaltsdefizite&#8230; Letztlich waren es Differenzen in der Haushaltspolitik, die am 6. November zum R\u00fccktritt des Finanzministers, des FDP-Politikers Christian Lindner, f\u00fchrten und damit das Ende der Koalition besiegelten. In der Folge wurde der Zeitplan f\u00fcr die Wahlen beschleunigt und die Parlamentswahlen auf den 23. Februar 2025 vorgezogen, also sieben Monate vor dem von der Verfassung vorgesehenen Mandatsende.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/bdTIl\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endg\u00fcltiges Ende des \u201eunvollkommenen Zweiparteiensystems&#8220; deutscher Art?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Umfragen deuten darauf hin, dass die Bundestagswahl am kommenden Sonntag die Tendenzen der letzten Europaparlamentswahl best\u00e4tigen wird, wenn nicht gar verst\u00e4rken. An dieser Stelle st\u00fctzen wir uns auf zwei Befragungen des Instituts Cluster 17: eine Umfrage am Wahltag am 9. Juni 2024 mit einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von 802 W\u00e4hlern, und eine Umfrage zur Wahlabsicht, die zwischen dem 16. und dem 18. Februar 2025 mit einer repr\u00e4sentativen Stichprobe von 1457 W\u00e4hlern durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/RKnqX\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/aPxxj\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Gewiss lassen sich Wahlergebnisse immer auf verschiedene Weisen lesen und interpretieren. Der Aufschwung der Christdemokraten bei der Europawahl (plus 5,9 Prozentpunkte im Vergleich zur Bundestagswahl 2021) d\u00fcrfte sich am kommenden Sonntag fortsetzen. Unsere j\u00fcngste Umfrage zur Wahlabsicht, die zwischen dem 16. und 18. Februar durchgef\u00fchrt wurde, sieht die CDU\/CSU bei 30 %, was ziemlich genau dem Ergebnis bei der letzten Europawahl entsprechen w\u00fcrde. Da die CDU\/CSU mit einem solchen Ergebnis st\u00e4rkste Partei w\u00e4re und ihr Vorsitzender, der liberal-konservative Friedrich Merz, das Amt des Bundeskanzlers f\u00fcr sich beanspruchen k\u00f6nnte, wird es sicherlich als \u201eErfolg\u201c gedeutet werden. Doch aus einer L\u00e4ngsschnittperspektive betrachtet, w\u00e4re dieses Ergebnis, angenommen es wiederholt sich am Sonntag an den Wahlurnen, eigentlich als Best\u00e4tigung des stetigen und kontinuierlichen R\u00fcckgangs der Christdemokratie in Deutschland zu interpretieren. Denn abgesehen vom katastrophalen Ergebnis im Jahr 2021 (24,1%), w\u00e4ren 30%&nbsp; der Christdemokraten schlichtweg das schlechteste Bundestagswahlergebnis seit 1949.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/DlkED\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Zum Vergleich sei hier daran erinnert, dass die CDU\/CSU zwischen den 1950er und 1980er Jahren regelm\u00e4\u00dfig fast die H\u00e4lfte der W\u00e4hlerstimmen auf sich vereinen konnte und am Vorabend der Wiedervereinigung noch fast vier von zehn W\u00e4hlern f\u00fcr sie stimmten. Vor etwas mehr als zehn Jahren, bei den Bundestagswahlen 2013, konnte die Union noch 41,5 % der W\u00e4hler mobilisieren. Obwohl das politische Umfeld f\u00fcr sie besonders g\u00fcnstig ist, da sie in Opposition zu einer unpopul\u00e4ren Koalition steht und ihr historischer Gegenspieler, die SPD, am Boden liegt, d\u00fcrfte sie am 23. Februar nicht viel mehr als drei von zehn W\u00e4hlern gewinnen k\u00f6nnen, was den Abw\u00e4rtstrend best\u00e4tigen w\u00fcrde, in dem sie sich seit fast vier Jahrzehnten befindet (siehe Abbildung 1).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Sofern es am Wahltag keine \u00dcberraschung gibt, d\u00fcrfte die Abstimmung am kommenden Sonntag best\u00e4tigen, dass die \u00c4ra des \u201eZweieinhalbparteiensystems\u201c nur noch eine ferne Erinnerung ist.\u00a0<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die SPD als zweite gro\u00dfe S\u00e4ule der bundesdeutschen Demokratie befindet sich ebenfalls in einem Abw\u00e4rtstrend, der noch ausgepr\u00e4gter ist als bei den Christdemokraten. Am kommenden Sonntag k\u00f6nnte ihr dies ein historisch schlechtes Ergebnis bescheren: knapp 15% der Stimmen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/Ya07f\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die deutsche Sozialdemokratie hatte bereits seit den 2000er Jahren, als ihr W\u00e4hlerpotenzial innerhalb weniger Jahre von rund 40% auf 25% der Stimmen sank, einen starken Einbruch erlebt. Sollte sich nun allerdings das Ergebnis der Europawahlen best\u00e4tigen \u2013 so wie es die meisten Umfragen vorhersagen, die der SPD rund 15% der Stimmen prognostizieren \u2013 h\u00e4tten die Bundestagswahlen 2025 eine wahrlich historische Dimension, da die SPD zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg (deutlich) unter 20% der Stimmen liegen w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sofern es am Wahltag keine \u00dcberraschung gibt, d\u00fcrfte die Abstimmung am kommenden Sonntag best\u00e4tigen, dass die \u00c4ra des \u201eZweieinhalbparteiensystems\u201c, wie Klaus von Beyme es nannte, nur noch eine sehr ferne Erinnerung ist. Damit war ein politisches System gemeint, in dem sich zwei dominierende Kr\u00e4fte \u2013 die SPD und die CDU\/CSU \u2013 an der Macht abwechseln, unterst\u00fctzt von der FDP als kleiner \u201eDrehscheibe\u201d. Dieses System pr\u00e4gte Deutschland (bzw. die BRD) beinahe ununterbrochen bis 2005, d.h. fast 60 Jahre lang (mit Ausnahme des Zeitraums 1966-1969). Seit den 2000er Jahren machte der zeitgleiche R\u00fcckgang der Wahlergebnisse von CDU\/CSU und SPD eine neue politische Formel erforderlich: die \u201cGro\u00dfe Koalition\u201d, in der die beiden gro\u00dfen politischen Kr\u00e4fte, bis dahin Rivalen und Konkurrenten, in einer Regierung zusammenkamen. Drei der vier Regierungen, die Angela Merkel zwischen 2005 und 2021 anf\u00fchrte, waren Koalitionsregierungen aus Union und SPD. Olaf Scholz, der derzeitige Bundeskanzler und SPD-Kandidat f\u00fcr die Bundestagswahl, war bereits Vizekanzler in der letzten Regierung unter Angela Merkel zwischen 2018 und 2021.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun deuten die Ergebnisse der letzten Europawahl ebenso wie die aktuellen Umfragen darauf hin, dass es CDU\/CSU und SPD zum zweiten Mal in Folge nicht gelingen k\u00f6nnte, gemeinsam die H\u00e4lfte der W\u00e4hlerstimmen zu erreichen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/FlBMa\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Vom Ende der 1950er Jahre bis Ende der 1980er Jahre konnten diese beiden Parteien mehr als 80% der Stimmen auf sich vereinen (bis zu 9 von 10 W\u00e4hlern in den 1970er Jahren, vgl. Abbildung 3). Selbst wenn Korrelation bekannterma\u00dfen keine Kausalit\u00e4t bedeutet, ist es doch auff\u00e4llig, dass das Modell der \u201cGro\u00dfen Koalitionen\u201d die Beschleunigung eines Abw\u00e4rtstrends nach sich gezogen hat und damit eine weitere Reduktion der W\u00e4hlerschaft der beiden historischen Kr\u00e4fte, die ab Ende der 2000er Jahre kaum noch die H\u00e4lfte der W\u00e4hler mobilisieren konnten (mit Ausnahme der Bundestagswahlen 2013, die ein exzellentes Ergebnis f\u00fcr die CDU\/CSU einfuhren).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In einem proportionalen Repr\u00e4sentationssystem ist die Folge dieser Entwicklung, dass die Bedingungen einer \u201cGro\u00dfen Koalition\u201d heutzutage nicht mehr gegeben sind. Ohne Zugewinne der CDU\/CSU und\/oder der SPD auf der Wahlkampfzielgerade, ist es heute unwahrscheinlich, dass die beiden politischen Kr\u00e4fte \u00fcber eine ausreichende Abgeordnetenzahl verf\u00fcgen werden, um jene Formel, die Angela Merkels Regierungszeit pr\u00e4gte, zu reproduzieren. Mit Blick darauf ist zudem festzustellen, dass sich die dritte historische politische Kraft der bundesdeutschen Demokratie, die FDP, in einer besonders schwierigen Position befindet: Nachdem sie in den letzten Europawahlen nur knapp die 5%-H\u00fcrde \u00fcberwunden hat (5,2%), ist es laut unserer letzten Umfrage nicht sicher, ob sie diese Marke diesmal erreichen wird. Unterhalb der 5% hat eine Partei keinen Zugang zur parlamentarischen Vertretung, es sei denn es gelingt ihr, in mindestens drei Wahlkreisen Direktmandate zu erzielen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Die Bedingungen einer \u201cGro\u00dfen Koalition\u201d sind heutzutage nicht mehr gegeben.<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Beobachtung zeigt, wie sehr sich das politische System Deutschlands im Wandel befindet, und vor allem, so wie in der Mehrheit der gro\u00dfen Demokratien, in einem Prozess der Fragmentierung. Im linken Lager war dieser Prozess bereits weit fortgeschritten, seit sich in den 1980er Jahren eine \u00f6kologische Partei (Die Gr\u00fcnen) formierte, die Ende der 2000er Jahre 10% der Stimmen erhielt, ebenso wie eine radikale Linke (Die Linke), die vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise von 2008 in der Bundestagswahl 2009 bis zu 11,9% der Stimmen erhielt. Diese Fragmentierung der Linken erkl\u00e4rt zu gro\u00dfen Teilen den oben beschriebenen Abw\u00e4rtstrend der SPD, der sich da besonders deutlich zeigt, wo Die Linke und die Gr\u00fcnen sich der 10-Prozent-Marke n\u00e4hern oder diese \u00fcberschreiten. Die letzte Europawahl und die aktuellen Umfragen markieren einen weiteren Schritt in dieser Entwicklung, wenngleich es noch viel zu fr\u00fch ist, um festzustellen, ob sie konjunkturell bedingt oder im Gegenteil dauerhaft ist. Dieser Trend ist vor allem auf die Gr\u00fcndung des BSW (B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht &#8211; F\u00fcr Vernunft und Gerechtigkeit) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das BSW entstand aus einer Teilung der Partei Die Linke ausgel\u00f6st durch Sahra Wagenknecht, die der neuen Organisation ihren Namen gibt, ein Sonderfall in einem deutschen Politiksystem, das deutlich weniger personalisiert ist als in anderen europ\u00e4ischen Demokratien. Die Abtr\u00fcnnigen warfen der Linken vor, eine Partei der urbanen \u201cYuppies\u201d geworden zu sein und sich zu Lasten der sozialen Frage zu sehr auf gesellschaftliche Progressivismus fokussiert h\u00e4tten. Mit einem Sozialprogramm, \u201cWokismus\u201d-Kritik, der Forderung nach Einwanderungskontrollen und der Ablehnung der \u201emilit\u00e4rischen Eskalation\u201c in der Ukraine sollte das neue politische Angebot besser auf die Anforderungen der Arbeiterschaft zugeschnitten sein und dieses W\u00e4hlersegment den Rechten, insbesondere der AfD (Alternative f\u00fcr Deutschland), streitig zu machen. Wie wir sehen werden, erweist sich diese politische Wette bislang eher als Misserfolg. In den letzten Europawahlen hat das BSW 6,2% erzielt und damit Die Linke, der sie einige W\u00e4hler abspenstig machen konnte, \u00fcberholt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So zeigt sich die deutsche Linke angesichts der nahenden Wahl besonders fragmentiert und ohne dominante Kraft. Die SPD und die Gr\u00fcnen sind Kopf an Kopf mit 15% und 13% in unserer Umfrage von Ende Januar. Die Linke scheint von einer starken Dynamik gegen Endes des Wahlkampfs zu profitieren: W\u00e4hrend sie in den Stimmabsichten Ende Januar noch bei 3% lag, stieg sie zwei Wochen sp\u00e4ter auf 7% (vgl. Tab. 2). F\u00fcr das BSW ist noch nicht sicher, ob es die 5%-H\u00fcrde erreichen wird, die ihm eine Vertretung im Bundestag erlaubt. Doch addiert man seine 4% zu den 7% der Linken, zeigt sich, dass es einen <em>disruptiven <\/em>und konsequent radikalen Raum links der Mitte gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb des konservativen Raums ist die Ver\u00e4nderung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse offensichtlich dem Aufstieg der AfD zuzuschreiben. Diese 2013 gegr\u00fcndete euroskeptische und extrem konservative Partei konnte schon bei den Bundestagswahlen 2017 einen ersten Wahlerfolg verzeichnen: 12,6 % der Stimmen. Nach einer Phase relativer Stagnation war ihr Stimmenzuwachs in den letzten Wahlen mit einem Europawahlergebnis von 15,9% betr\u00e4chtlich. Vor allem scheint die AfD in einem Wahlkampf, der von den Anschl\u00e4gen in Magdeburg und M\u00fcnchen, den Kontroversen um Einwanderung und der Unsicherheit \u00fcber die Zukunft des Industriestandorts Deutschland, speziell der Automobilbranche, gepr\u00e4gt ist, von der Wahlkampfdynamik zu profitieren, mit dem Ergebnis, dass sie die 20-Prozent-Marke erreichen oder sogar \u00fcberschreiten k\u00f6nnte (das w\u00e4re eine Verdoppelung ihres Ergebnisses von 2021). Solch ein Resultat w\u00fcrde eine weitere Fragmentierung des politischen Systems bedeuten, vor dem Hintergrund einer Polarisierung der W\u00e4hlerschaft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Im Angesicht der Wahl zeigt sich die deutsche Linke besonders fragmentiert und ohne dominante Kraft.<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Vormarsch der AFD begrenzt den Aufschwung der CDU und gef\u00e4hrdet die FPD\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Auswertung der Stimmenwanderung seit der Bundestagswahl 2021 bietet einen Einblick in die aktuelle Entwicklung. Zun\u00e4chst erlaubt sie zu verstehen, was den Aufschwung der CDU\/CSU begrenzt, und vor allem warum sie sich nicht auf dem Niveau der 2000er Jahre, ganz zu schweigen von der Bundestagswahl 2013, in der sie 41,5% der Stimmen erzielte, wiederfindet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/fjoWE\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/rpPPS\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die CDU\/CSU gewinnt vor allem in der W\u00e4hlerschaft der FDP, von der sie etwa ein Drittel der W\u00e4hler von 2021 zur\u00fcckgewinnt (vereinfacht gesagt: etwa 4 Prozentpunkte), der SPD (12 %, etwa 3 Prozentpunkte) und der Gr\u00fcnen (11 %, etwa 1,5 Prozentpunkte). Diese Stimmengewinne werden jedoch nicht ausreichen, um der Union ein h\u00f6heres Ergebnis zu garantieren, da es ihr nicht gelingt, ihre eigene W\u00e4hlerschaft von 2021 an sich zu binden (Tab. 4.). Unsere Umfrage zeigt, dass mehr als ein Viertel der CDU\/CSU-W\u00e4hler bei den letzten Bundestagswahlen (29%) nicht vorhaben, sie dieses Mal wieder zu w\u00e4hlen. Mehr als die H\u00e4lfte davon plant stattdessen die AFD zu w\u00e4hlen. Diese geringe Loyalit\u00e4t der W\u00e4hler von 2021 ist ein Indikator f\u00fcr eine schwache Wahlkampf-Dynamik und muss als umso entt\u00e4uschender f\u00fcr die Christdemokraten angesehen werden, als sie seit fast vier Jahren in der Opposition sind. Wie wir im Weiteren sehen werden, ist der Verlust eines Teils ihrer W\u00e4hler an die AFD Teil einer Polarisierungslogik innerhalb der konservativsten Segmente der W\u00e4hlerschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Linken sind verschiedene Tendenzen hervorzuheben. Erstens zeigt sich im linken Spektrum eine starke Instabilit\u00e4t der W\u00e4hlerschaft: nur den Gr\u00fcnen gelingt es, mehr als die H\u00e4lfte ihrer W\u00e4hler von 2021 an sich zu binden: 61% (Tab. 4). Die anderen Parteien links der Mitte unterscheiden sich durch beeindruckende Verluste: die SPD beh\u00e4lt weniger als die H\u00e4lfte ihrer W\u00e4hler von 2021 (47%) \u00e4hnlich wie die Linke (44%), die die Spaltung durch Sahra Wagenknecht verkraften muss. Diese Zahlen sind Ausdruck zweier unterschiedlicher Entwicklungen. Erstens wird ein erheblicher Teil der W\u00e4hler, die 2021 f\u00fcr die Linke gestimmt haben, zu den Mitte-Rechts- und Rechtsparteien abwandern, insbesondere zur CDU\/CSU und in geringerem Ma\u00dfe auch zur AfD. Diese W\u00e4hlerwanderung zeigt sich darin, dass der aufsummierte Stimmenanteil der drei linken Parteien (SPD, Die Gr\u00fcnen, Die Linke) von 45,4 % der auf 35 % sinken k\u00f6nnte (39 %, wenn man das BSW zur Linken hinzuz\u00e4hlt).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens zeigt sich eine ausgepr\u00e4gte innerlinke Fluktuation, so wie sie bereits in Frankreich oder Spanien zu beobachten war. Von den Gr\u00fcnen-W\u00e4hlern der Bundestagswahl 2021 wird dieses Mal fast ein F\u00fcnftel f\u00fcr die SPD oder Die Linke stimmen (Tab. 4). \u00c4hnlich hoch ist der Anteil der SPD-W\u00e4hler, die offenbar bereit sind, f\u00fcr eine andere linke Partei zu stimmen (21%). Innerhalb der W\u00e4hlerschaft der Partei Die Linke ist diese innerlinke Fluktuation noch deutlicher, teilweise bedingt durch die Abspaltung des&nbsp; BSW. Bezieht man Sahra Wagenknechts Bewegung mit ein, k\u00f6nnte fast die H\u00e4lfte der Linken-W\u00e4hler 2021 (46%) 2025 f\u00fcr eine andere linke Partei stimmen. Diese Fluktuation ist ein seit l\u00e4ngerem zu beobachtendes Strukturmerkmal, das sich bereits im Wahlkampf 2021 deutlich bemerkbar machte. Damals waren die Bewegungen innerhalb der Linken wirklich spektakul\u00e4r: Umfragen im Juni 2021 prognostizierten den Gr\u00fcnen einen Vorsprung von 10 Prozentpunkten vor der SPD, am Wahltag landeten sie schlie\u00dflich 10 Prozentpunkte hinter den Sozialdemokraten. Unsere Umfragen best\u00e4tigen die anhaltende Intensit\u00e4t des Wettbewerbs innerhalb der Linken. Auff\u00e4llig ist, dass seit der Europawahl 2024 immer noch signifikante innerlinke Bewegungen messbar sind (siehe Tab 5). In prognostischer Hinsicht bedeuten diese, dass sich die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zwischen den verschiedenen linken Parteien in den letzten Tagen des Wahlkampfes noch ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, wobei die Fortschritte der einen zwangsl\u00e4ufig auf Kosten der anderen gehen w\u00fcrden. F\u00fcr die kleineren Parteien wie Die Linke oder das BSW geht es darum, ob sie im Bundestag vertreten sein werden oder nicht. Schlie\u00dflich gingen die Gewinne der Linken in den letzten Wochen im starken Wettbewerb um dieselben Segmente der W\u00e4hlerschaft auf Kosten des BSW (Tab.5).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufschwung der AfD bringt eine doppelte Dynamik mit sich. Im Gegensatz zu den anderen politischen Spielern gelingt es ihr anscheinend, einen bemerkenswerten Anteil ihrer W\u00e4hler von 2021 an sich zu binden: 88% von ihnen wollen kommenden Sonntag erneut AfD w\u00e4hlen (Tab.4). Dieser Grad an Loyalit\u00e4t ist ein Indikator f\u00fcr die Aufw\u00e4rtsdynamik, von der die extreme Rechte in Deutschland profitiert. Ein weiterer entscheidender Faktor wird nat\u00fcrlich sein, ob es der AfD gelingt, einen relevanten Anteil der W\u00e4hler zu mobilisieren, die 2021 f\u00fcr andere Parteien gestimmt haben. Ihr Einzugsgebiet ist besonders interessant zu beobachten. Die AfD \u00fcberzeugt nur in geringem Ma\u00dfe W\u00e4hler, die 2021 f\u00fcr Die Linke, die SPD und vor allem Die Gr\u00fcnen gestimmt haben (Tab. 4), was der Polarisierungslogik der W\u00e4hlerschaft entspricht. Andererseits mobilisiert sie zu \u00e4hnlichen Anteilen fr\u00fchere W\u00e4hler von FDP (19%) und Union (15%). Das gibt einen Hinweis auf die Radikalisierung des konservativen W\u00e4hlerspektrums in Deutschland nach rechts. Somit tr\u00e4gt die AFD zu einer deutlichen Verringerung des M\u00f6glichkeitsraums der Mitte-Rechts und rechten Regierungsparteien bei, indem sie ihren Einfluss innerhalb der konservativsten Teile der W\u00e4hlerschaft verringert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zwischen den verschiedenen linken Parteien k\u00f6nnen sich in den letzten Tagen des Wahlkampfes noch ver\u00e4ndern.<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich zeigen Stimmwanderungstabellen, welche W\u00e4hlerstr\u00f6me den Aufstieg des BSW erm\u00f6glicht haben. Diese Bewegung, die eine strategische Repositionierung der Linken vorschl\u00e4gt, indem sie die soziale Frage mit Positionen zu Sicherheit, Ordnung und Migration verbindet, die \u00fcblicherweise mit der Rechten assoziiert werden, und zugleich Abstand zum Progressivismus h\u00e4lt, weckt eine gewisse Neugier. Unsere j\u00fcngste Umfrage deutet &#8211; vorbehaltlich der Best\u00e4tigung an den Wahlurnen &#8211; darauf hin, dass der Durchbruch der BSW sehr begrenzt bleiben d\u00fcrfte, da die Bewegung von Sahra Wagenknecht derzeit nicht einmal sicher sein kann, die 5%-H\u00fcrde zu erreichen und im Parlament vertreten zu sein. Vor allem aber deutet die Herkunft ihrer Stimmen darauf hin, dass es der Bewegung nicht gelungen ist, signifikant aus der W\u00e4hlerschaft der Rechten und insbesondere der AFD zu rekrutieren: Nur ein marginaler Anteil der CDU\/CSU- und AFD-W\u00e4hler von 2021 (2 %) beabsichtigt, am Sonntag BSW zu w\u00e4hlen. In der Realit\u00e4t besteht ein Gro\u00dfteil des W\u00e4hlerpotenzials des BSWs in ehemaligen W\u00e4hlern der Partei Die Linke. Mit anderen Worten: BSW hat den W\u00e4hlerkreis der Linken bislang nicht wirklich erweitert, sondern stattdessen zu einer Versch\u00e4rfung der Zersplitterung dieses politischen Raums beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Positionierung der W\u00e4hler zu den gro\u00dfen Konfliktthemen\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen und Verschiebungen manifestiert sich im Wahlraum eine polarisierte Gesellschaft, die in Bezug auf viele relevante Fragen gespalten ist. Und zweifellos nimmt diese Polarisierung zu, wenngleich unsere Studien sich nur auf einen kurzen Zeitraum beziehen und es nicht erlauben, eine solche Entwicklung mit empirischer Gewissheit zu \u00fcberpr\u00fcfen.&nbsp; Es ist dieser relativ hohe Polarisierungsgrad, der den langfristigen R\u00fcckgang der beiden gro\u00dfen historischen Kr\u00e4fte SPD und CDU\/CSU (sowie ihren Versuch, sich durch eine \u201eRadikalisierung\u201c ihrer Positionen in diesem Wahlkampf wahltaktisch zu halten), den starken Anstieg der AfD und ihre F\u00e4higkeit, die \u00f6ffentliche Debatte zu besetzen, den Zusammenbruch der FDP, aber auch die internen Neuformierungen der Linken und die relative Widerstandsf\u00e4higkeit der Gr\u00fcnen und sogar der radikalen Linken gegen\u00fcber der SPD erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Art und Weise, in der sich der Wahlraum in Deutschland strukturiert zu verstehen, und die zu beobachtenden Dynamiken zu interpretieren, haben wir denselben Ansatz gew\u00e4hlt, den wir f\u00fcr Wahlanalysen in <a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/fr\/2024\/06\/19\/legislatives-2024-5-theses-sur-une-election-pivot\/\">Frankreich<\/a>, <a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/fr\/2022\/09\/22\/comment-se-structure-lelectorat-italien-16-cartes-34-graphiques\/\">Italien<\/a>, <a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/fr\/2023\/07\/27\/quelle-espagne-politique-apres-le-vote\/\">Spanien<\/a> und <a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/fr\/2024\/06\/08\/elections-belges-deux-nations-un-meme-barycentre-comprendre-le-paradoxe-politique-du-plat-pays\/\">Belgien<\/a> angewandt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Analog zum Vorgehen f\u00fcr diese L\u00e4nder haben wir einen Segmentierungstest entwickelt, der auf 30 gezielt stark spaltenden Frageitems beruht, die es erm\u00f6glichen, die Hauptgruppen (Cluster) zu identifizieren, aus denen sich die W\u00e4hlerschaft zusammensetzt. Die methodologische Pr\u00e4misse, auf der dieser Ansatz beruht, l\u00e4sst sich wie folgt zusammenfassen: Die Position der B\u00fcrger relativ zu den gro\u00dfen Spaltungslinien, die eine Gesellschaft durchziehen, ist der ausschlaggebendste Faktor f\u00fcr ihre Wahlentscheidung. Folglich sind die Positionen zu so wichtigen und kontroversen Themen wie Frauenrechte, LGBT-Rechte, Aufnahme von Migranten, Verh\u00e4ltnis zu Ausl\u00e4ndern oder zum Islam, \u00f6kologische Ma\u00dfnahmen, Sozialleistungen, Verh\u00e4ltnis zu den politischen Eliten, zur Europ\u00e4ischen Union, Aufteilung des Wohlstands, Todesstrafe usw. in hohem Ma\u00dfe pr\u00e4diktiv f\u00fcr die politischen Pr\u00e4ferenzen von Einzelpersonen. In der Regel sind diese Positionen mittelfristig stabil: Man wechselt nicht w\u00e4hrend eines Wahlkampfes von einer strikt migrationsfeindlichen zu einer migrationsfreundlichen Position, ebenso wenig wie man innerhalb so eines kurzen Zeitraums von einer abtreibungsfeindlichen zu einer abtreibungsbef\u00fcrwortenden Position wechselt. Noch entscheidender ist, dass diese Positionen zumeist Ausdruck tief verwurzelter Einstellungen sind, die eng mit sozialen Identit\u00e4ten verkn\u00fcpft und deshalb sehr stabil sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ansatz zielt nicht nur darauf, die gro\u00dfen Spaltungslinien, die eine Gesellschaft durchziehen, aufzudecken sondern auch die W\u00e4hlergruppen zu identifizieren, die die gleichen Werte und Einstellungen vertreten und deswegen \u2013 wenn die Methode empirische funktioniert \u2013 relativ \u00e4hnliche Wahlpr\u00e4ferenzen aufweisen. Diese Methode zielt somit darauf, zu verstehen, wie der Wahlraum der verschiedenen politischen Kr\u00e4fte konstituiert ist, wo sich die Konkurrenz zwischen den politischen Parteien ausspielt, wie sich Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse verschieben und aus welchen Gr\u00fcnden. Sie identifiziert Gruppen von W\u00e4hlern, die sehr scharfe und radikale Positionen zu den gro\u00dfen, spaltenden Kontroversen vertreten, ebenso wie Gruppen mit moderaten oder unentschiedenen Positionen. Die Untersuchung der Wahl nach gesellschaftlichen Cleavages bietet somit ein Werkzeug, um den Grad der politischen Polarisierung einer Gesellschaft zu messen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/JdLjg\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie in anderen L\u00e4ndern ist die Spaltung \u00fcber gesellschaftlichen Werte in Deutschland entscheidend<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Analyse der Umfrageergebnisse entlang von drei\u00dfig spaltenden Indikatoren erlaubt es, zwei wichtige Makro-Spaltungslinien zu identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine erste gro\u00dfe Konfliktlinie betrifft gesellschaftliche und Identit\u00e4tsthemen. An ihrer stehen die migrationsfeindlichen, \u00f6kologiefeindlichen, autorit\u00e4ren, islamophoben und oft europaskeptischen und russlandfreundlichen W\u00e4hler jenen mit entgegengesetzten Einstellungen gegen\u00fcber \u2013 W\u00e4hler, die aufgeschlossen gegen\u00fcber Migration, \u00f6kologisch orientiert, tolerant gegen\u00fcber dem Islam, offen f\u00fcr Vielfalt sind und feministische Ansichten vertreten. Diese Spaltungslinie ist \u2013 mit kleineren nationalen Abweichungen \u2013 in allen untersuchten L\u00e4ndern vorzufinden. Sie tr\u00e4gt den gr\u00f6\u00dften Anteil an der Polarisierung und Fragmentierung der europ\u00e4ischen Gesellschaften, indem sie den extremen Polen, multikulturalistische und progressive Gruppen (und solchen die es zunehmend sind) auf der einen Seite den identit\u00e4ren und konservativen Gruppen (und solchen, die in diese Richtung tendieren) auf der anderen Seite gegen\u00fcbergestellt. Diese Bruchlinie ist bei weitem die entscheidendste geworden und entspricht global dem von Ronald Inglehart in den 1970ern beschriebenen Konflikt \u00fcber &#8222;postmaterialistische Werte\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine deutsche Besonderheit besteht hingegen in der herausragenden Bedeutung des Umweltschutzes f\u00fcr diesen Konflikt. In allen L\u00e4ndern, die wir untersucht haben, verbinden sich \u00f6kologische Fragen mit identit\u00e4ren Themen und Werten. In allen untersuchten L\u00e4ndern sind \u00f6kologische mit progressiven Haltungen assoziiert, wohingegen Klimawandelrelativismus und -skeptizismus im Verbund mit konservativen Haltungen auftreten. Doch nirgendwo ist der Umweltschutz so polarisierend und bedeutend wie in Deutschland. Von den vier markantesten der drei\u00dfig untersuchten Indikatoren, betreffen zwei Migrationsfragen und die zwei anderen den Umweltschutz. Daraus lassen sich die Themen ableiten, die Themen, die am st\u00e4rksten zur Spaltung der deutschen Gesellschaft beitragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese polarisierende Kraft \u00f6kologischer Anliegen, vor allem Fragen der Energieversorgung und dem Umgang mit Nuklearenergie und Kohlekraftwerken, erkl\u00e4rt sich zun\u00e4chst durch die Position der \u00f6kologischen Partei im politischen Raum, doch sie ist auch mit politischen Entscheidungen im Bereich der \u00f6kologischen Transformation verbunden. Erinnern wir uns, dass Deutschland ein Vorreiter im Feld der politischen \u00d6kologie ist. <em>Die Gr\u00fcnen <\/em>sind seit den 1980ern ein Vorbild f\u00fcr die \u00fcbrigen \u00f6kologischen Bewegungen in Europa. Deutschland ist auch eines der L\u00e4nder, die in der energetischen Transformation besonders weit gegangen sind, mit dem Beschluss eines Programmes zur Schlie\u00dfung der Kernkraftwerke und dem Ziel, diese durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Zudem ist es ein Land, in dem man sich \u00fcber gro\u00df angelegte Politiken zur Energiewende gestritten hat und weiterhin streitet. In einem Land, in dem die Automobilindustrie einen der wichtigsten Wirtschaftszweige darstellt, spaltet das kommende Verbot von Verbrennermotoren sehr stark, das best\u00e4tigt eines unserer Testitems. Ebenfalls aufschlussreich ist, dass die Fragen in Bezug auf das Verbot zum Einbau neuer Gas- und \u00d6lheizungen ab 2024 Ausl\u00f6ser eine lebhafte gesellschaftliche Debatte und ein Grund f\u00fcr Spannungen in der Ampelkoalition, vor allem zwischen den Gr\u00fcnen und der FDP, waren. In diesem Kontext ist es wenig \u00fcberraschend, dass sich die FDP angesichts der Forderungen der Gr\u00fcnen als Partei der Autofahrer positioniert hat und dass die AfD heute zweifellos eine der \u00f6kologiefeindlichsten und klimaskeptischsten Parteien in Europa ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite, wenn auch etwas weniger hervorstechende Konfliktlinie, betrifft soziale und fiskalische Themen. Sie konfrontiert W\u00e4hler, die Steuererh\u00f6hungen, Umverteilungsma\u00dfnahmen und Sozialhilfen ablehnen, mit jenen, die sich f\u00fcr Umverteilung und staatliche Unterst\u00fctzungsleistungen aussprechen. Diese zweite Konfliktlinie speist sich auch aus den elit\u00e4ren Haltungen gegen\u00fcber \u201cDegagisten\u201d, \u201cSystemkritikern\u201d und \u201cAutorit\u00e4ren\u201d. In Summe handelt dieser zweite Konflikt von \u00f6konomisch-liberalen Werten und dem Verh\u00e4ltnis zum System.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden soeben beschriebenen Konfliktlinien sind bei weitem die bedeutsamsten (vor allem die erste) mit dem gr\u00f6\u00dften Erkl\u00e4rungswert f\u00fcr die Entscheidung der deutschen W\u00e4hler. Unsere Methode verbindet im Folgenden die W\u00e4hler, die geteilte Einstellungen vertreten, mit Positionierungen in diesen Konflikten. Als \u201celektoralen Cluster\u201d bezeichnen wir eine W\u00e4hlergruppe, die auf denselben Seiten unterschiedlicher Konfliktlinien steht und ein \u00e4hnliches Ma\u00df an Radikalit\u00e4t (bzw. Moderation) aufweist. Im deutschen, genau wie im franz\u00f6sischen, italienischen und spanischen Fall, haben wir entschieden, die W\u00e4hler in 16 Gruppen (<em>Cluster<\/em>, Tab. 6) einzuteilen. Eine detaillierte Darstellung der Gruppen findet sich auf den jeweiligen Seiten der Cluster 17 Website.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine zunehmende Polarisierung?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Positionen der Befragten zu den Polarisierungsindikatoren best\u00e4tigen, dass Deutschland, entgegen gewisser, noch sehr verbreiteter Vorurteile, ein entlang mehrerer Themen gespaltenes Land ist; ein Land, dessen Bruchlinien sich nicht so sehr von jenen unterscheiden, die man in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und zweifelsohne in Donald Trumps USA beobachten kann. Mithin scheint die Intensit\u00e4t der Konfliktlinien weniger ausgepr\u00e4gt als in Spanien oder Frankreich. Da wir nicht \u00fcber longitudinalen Daten verf\u00fcgen, ist es schwierig einzusch\u00e4tzen, ob sich diese Polarisierung verst\u00e4rkt. Doch scheint die Clusteranalyse der elektoralen Dynamik eine polarisierende Entwicklung der deutschen Gesellschaft zu best\u00e4tigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Je mehr eine Gesellschaft gespalten und polarisiert ist, desto rigider segmentiert sich das politische Feld entlang der markantesten Konfliktlinien. In unsere analytischen Kategorien \u00fcbersetzt sich dies durch Cluster mit zunehmender politischer Homogenit\u00e4t, die sich tendenziell ausschlie\u00dflich nach links, zur Mitte oder nach rechts orientieren, oder, wenn es das politische Angebot erlaubt, zur radikalen Linken bzw. Rechten. Spanien bietet ein gutes Beispiel f\u00fcr eine solche Situation: Abgesehen von Regionen mit starken separatistischen Bewegungen zeigt sich dort eine starke Bipolarisierung der Politik, mit wenig Wettbewerb zwischen den Linken auf der einen und den Rechten auf der anderen Seite. In Clustern ausgedr\u00fcckt, <a href=\"https:\/\/legrandcontinent.eu\/fr\/2023\/07\/17\/le-vote-utile-fera-t-il-lelection-en-espagne-sondage-exclusif\/\">waren bei den Parlamentswahlen 2023 nur drei der sechzehn Gruppen von PSOE (Partido Socialista Obrero Espa\u00f1ol, dt.: Spanische Sozialitsiche Arbeiterpartei) und der PP (Partido Popular, dt.: Volkspartei)&nbsp; umk\u00e4mpft<\/a>. Ein weiterer Indikator der spanischen Polarisation ist der Erfolg der radikalen Kr\u00e4fte in den besonders progressiven und besonders konservativen Clustern: Podemos und Sumar auf der linken und Vox auf der rechten Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einteilung der deutschen W\u00e4hlerschaft in Cluster bietet einen ganz anderen Eindruck. Die Stimmen f\u00fcr die beiden gro\u00dfen historischen Kr\u00e4fte SPD und Union liegen quer zu den Clustergrenzen, in anderen Worten sind sie deutlich weniger in ideologisch klar umrissenen R\u00e4umen lokalisiert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/bJxj2\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/D2Nec\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Darstellung der Abstimmungsergebnisse bei der Bundestagswahl 2021 nach Cluster kann dies illustrieren (Tab. 7). In dieser Wahl hat die SPD mehr als 20% der Stimmen in neun der 16 Cluster gewonnen und mehr als 10% in 13 der 16 Cluster. In \u00e4hnlicher Weise hat die Union in den Europawahlen 2024 in zw\u00f6lf von 16 Clustern mindestens 20% der Stimmen erreicht, das sind alle au\u00dfer drei Clustern auf der linken Seite der progressiven und \u00f6kologischen Axe und ein sehr konservativer und systemkritischen Cluster, in dem die AfD besonders stark ist. Eine derart transversale, cluster\u00fcbergreifende Stimmenverteilung findet&nbsp; sich weder in Spanien, noch in Frankreich oder Italien. Diese Transversalit\u00e4t hat eine bedeutende Folge f\u00fcr die Wahl: in sechs Clustern besteht eine sehr starke Konkurrenz zwischen SPD und CDU\/CSU und 10 der 16 Cluster sind mindestens umk\u00e4mpft, weil die rechten und die linken Mitteparteien hier beide mehr als 15% der Stimmen erreichen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die derzeitigen Tendenzen k\u00f6nnten, wenn sie sich nicht nur am kommenden Sonntag, sondern auch in den folgenden Jahren best\u00e4tigen, in Zukunft ein anderes Bild zeigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"iframe-container wp-block-image wp-block-image-medium  iframe-dw\">\n\t<div>\n\t\t<iframe class=\"absolute w-full h-full pin-t pin-l\" title=\"titolo\" aria-label=\"Interactive line chart\" src=\"\/\/datawrapper.dwcdn.net\/E9Ilj\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\"><\/iframe>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>In unserer Ende Januar durchgef\u00fchrten &#8222;Wahlabsichten&#8220;-Umfrage messen wir eine Abnahme dieser Transversalit\u00e4t der Stimmen. Drei Wochen vor der Wahl bleiben nur 8 von 16 Clustern zu verschiedenem Grad umstritten zwischen der Linken und der Rechten (Tab. 9). Anders interpretiert, zeigt dies, dass sich in der H\u00e4lfte der Cluster die Konkurrenz ausschlie\u00dflich innerhalb der Linken oder, am anderen Pol, der Rechten abspielt. Diese Entwicklung passt zu einer zunehmenden Polarisierung: sie ergibt sich prim\u00e4r aus einem Verschwinden der Linken, im Fall der SPD, aus den drei Clustern rechts der Konfliktlinie zu sozialen Themen: Rebellen, Konservativen und Antisystem-Gruppe. Dieser R\u00fcckzug der Linken, von dem vor allem die AfD profitiert, ist vielleicht die Folge einer Radikalisierung dieses Segments der W\u00e4hlerschaft \u00fcber Themen wie Migration und Umweltschutz, die, wie oben gezeigt, besonders bedeutsam f\u00fcr den deutschen Kontext sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei, scheint der Vergleich der Stimmenverteilung nach Cluster zwischen der Bundestagswahl 2021 (Tab. 7) und den Wahlabsichten 2025 (Tab. 9) eine zunehmende Polarisierung von Haltungen und Stimmverhalten der deutschen W\u00e4hler zu best\u00e4tigen. 2025 werden die drei progressivsten Gruppen (25% der W\u00e4hlerschaft) nur noch linke Parteien w\u00e4hlen, w\u00e4hrend die f\u00fcnf konservativsten Cluster (32% der W\u00e4hler) quasi nur noch rechte Parteien w\u00e4hlen werden. Daraus folgt, dass die (mehr oder weniger) polarisierten Cluster 57% des Elektorat 2025 umfassen, gegen\u00fcber nur 45% bei den letzten Bundestagswahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend bleibt zu messen, welche politischen Kr\u00e4fte von diesen Spaltungslogiken und der zu erwartenden Polarisierung profitieren werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen in den Wahlen seit 2021 scheint zu best\u00e4tigen, dass die Polarisierung solche Kr\u00e4fte beg\u00fcnstigt, die sich auf den sch\u00e4rfsten Positionen der Spaltungen positionieren und deren W\u00e4hlerschaft am homogensten ist, w\u00e4hrend sie den Parteien mit breiten und heterogenen Koalitionen schadet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die AFD, die ihre Stimmenzahl von 2021 zu 2025 verdoppeln k\u00f6nnte, scheint die prim\u00e4re Gewinnerin der aktuellen Dynamik zu sein. Der Zuwachs, den sie bei den letzten Europawahlen verbuchen konnte, und der sich am kommenden Sonntag noch verst\u00e4rken d\u00fcrfte, erfolgte ausschlie\u00dflich innerhalb der vier konservativsten, identit\u00e4tsstiftendsten und umweltfeindlichsten Gruppen: Rebellen, Konservative, Antsystem-Gruppe und Identit\u00e4re. In diesen Clustern konnte sie im Durchschnitt um 28 Prozentpunkte auf 31 %, 51 %, 70 % bzw. 57 % zulegen (Tab. 9). Im \u00fcbrigen Wahlraum ist ihre Entwicklung zu vernachl\u00e4ssigen. Der Gewinn der AfD ist somit als Folge der Radikalisierung im konservativen Segment der W\u00e4hlerschaft zu deuten.&nbsp; Diese Radikalisierung hat zur Folge, dass SPD und FDP (die zusammen ein Drittel der konservativen W\u00e4hlerschaft auf sich vereinigen konnten) in diesem Raum praktisch verschwunden sind und der Aufschwung der CDU\/CSU stark begrenzt ist, weil diese in der laufenden Wahlkampfphase von ihrer Position als Opposition unter den konservativen W\u00e4hlern nicht nur nicht profitiert, sondern sogar leicht verloren hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz dazu verzeichnet Die Linke in den progressiveren Gruppen einen starken Anstieg, B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen best\u00e4ndige Ergebnisse und die SPD einen leichten R\u00fcckgang. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Parteien, die am st\u00e4rksten im Konflikt um \u00d6kologie und progressive Werte positioniert sind, diejenigen sind, die sich in einem f\u00fcr die Linke schwierigen Umfeld am besten halten k\u00f6nnen. Der Zuwachs unter den Multikulturalisten und Progressiven hat es den Gr\u00fcnen erm\u00f6glicht, sich bei der letzten Europawahl zu halten. Diese aktuelle Polarisierung, die zweifellos auch auf den Vormarsch der AFD reagiert und am deutlichsten in den beiden gr\u00fcnsten und am weitesten links stehenden Clustern (Multikulturalisten und Progressive) erkennbar ist, erkl\u00e4rt sowohl die gute Dynamik der Partei Die Linke als auch, dass es den Gr\u00fcnen besser als der SPD gelingt, ihre W\u00e4hler von 2021 an sich zu binden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verlierer der Polarisierung sind jene historischen Kr\u00e4fte, die die bundesdeutsche Demokratie seit 1949 dominiert haben. Als Musterbeispiel kann die Entwicklung der FDP dienen. Ihr katastrophaler Misserfolg bei der letzten Europawahl, der sich bei der Bundestagswahl wiederholen d\u00fcrfte, ist in der Struktur ihrer W\u00e4hlerschaft angelegt. Im Gegensatz zu dem, was ihr Image als \u201ezentristische\u201c Partei vermuten lassen k\u00f6nnte, tendiert die FDP-W\u00e4hlerbasis nach rechts oder sogar sehr rechts. 2021 hatte sie in der konservativsten und identit\u00e4tsorientiertesten Gruppe (Patrioten) 24 % der Stimmen und in den sechs konservativsten Clustern im Durchschnitt 21 % der Stimmen erhalten (gegen\u00fcber 5 % in den sechs am weitesten links stehenden Clustern). Das zeigt, dass ihre W\u00e4hlerschaft 2021 \u00fcberwiegend aus W\u00e4hlern bestand, die sehr umweltfeindlich, sehr wirtschaftsliberal, sehr identit\u00e4tsorientiert und wertkonservativ und somit nicht bereit waren, eine von der SPD-gef\u00fchrte Koalition zu bef\u00fcrworten, die eine zu Teilen von den Gr\u00fcnen beeinflusste Politik verfolgte. In der Folge verlor die FDP mehr als zwei Drittel ihrer Stimmen aus dem konservativen Spektrum, \u00fcberwiegend an die AfD (bei den Radikaleren) und an die CDU\/CSU (in den gem\u00e4\u00dfigteren Gruppen).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die SPD l\u00e4uft Gefahr, zu den gro\u00dfen Verlierern der aktuellen Entwicklung zu geh\u00f6ren. Wie erw\u00e4hnt, k\u00f6nnte sie an beiden Polen verlieren: offensichtlich auf der rechten Seite, wo die AfD von ihrem Abschwung profitiert, aber auch unter den Multikulturalisten, die scheinbar die Gr\u00fcnen und Die Linke vorziehen. Der SPD droht wie schon bei den Europawahlen ein hoher Preis, da sie zus\u00e4tzlich im gem\u00e4\u00dfigten Cluster gegen die Union verliert, zweifellos aufgrund der Unbeliebtheit von Kanzler Olaf Scholz und seiner Koalition. In der Europawahl bescherte der Kampf der Moderaten, der Mitte und der Liberalen der CDU\/CSU einen Zuwachs von fast 6 Prozentpunkten. Laut Umfragen d\u00fcrfte sich dieser in den bevorstehenden Bundestagswahlen fortsetzen. Allerdings bleibt der Aufschwung begrenzt &#8211; 30 % w\u00e4ren das zweitschlechteste Ergebnis der Christdemokraten seit 1949 \u2013, weil auch die CDU\/CSU unter der Logik der Spaltung und der Polarisierung leidet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2021 hat die Union in den am st\u00e4rksten polarisierten Gruppen leicht verloren: Obwohl sie in der Opposition ist, k\u00f6nnte sie in den progressiven Gruppen und in den drei konservativsten Gruppen noch weiter absinken. Auch in den systemfeindlichen Gruppen der Herausforderer und der Rebellen ist ihr Ergebnis leicht r\u00fcckl\u00e4ufig.&nbsp; Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass die W\u00e4hlerbasis der CDU\/CSU tendenziell auf ein gem\u00e4\u00dfigtes, liberales und elit\u00e4res W\u00e4hlersegment schrumpft. Eine solche Entwicklung stimmt nicht gerade zuversichtlich, da sie wahrscheinlich bald politische Verantwortung \u00fcbernehmen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich mithilfe des Clusteransatzes nachvollziehen, welche Schwierigkeiten die Bewegung von Sahra Wagenknecht hat, W\u00e4hler zu sammeln und die 5%-H\u00fcrde zu erreichen. Das politische Angebot des BSW st\u00f6\u00dft sich an der derzeit entscheidenden Meinungskluft: dem Konflikt \u00fcber Identit\u00e4ten und Werte. In den Gruppen, die in diesen Fragen weit links stehen, trifft die Haltung des BSW offensichtlich auf Ablehnung. Das belegen die Ergebnisse der Europawahl ebenso wie die Umfragen zur Wahlabsicht. Kaum jemand in den drei progressivsten Gruppen scheint die Absicht zu haben, f\u00fcr das BSW zu stimmen (Tab. 9).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz dazu schneidet die AfD in den konservativen Gruppen bei Migrationsfragen oder der Ablehnung des \u201eWokismus\u201c deutlich besser ab. Deshalb ist das BSW fast nie die erste Wahl der W\u00e4hler. Sein politisches Angebot ist ausschlie\u00dflich auf die zweite Konfliktlinie zugeschnitten: die Kluft in sozialen Fragen und die Ablehnung der Eliten. Das BSW vereint am ehesten die W\u00e4hler, die am st\u00e4rksten an der Achse des Degagismus ausgerichtet sind und die wir vorliegend als \u201cAufst\u00e4ndige\u201c, \u201cHerausforderer\u201c und \u201eRebellen\u201c bezeichnet haben (sowie ein wenig unter den \u201cEklektischen\u201c). Die Schwierigkeiten des BSW, aus ihrer elektoralen Nische herauszukommen, verweisen letztlich auf heute in Deutschland wie in den meisten westlichen L\u00e4ndern vorherrschenden Spaltungslogiken: Klassenkonflikte und die soziale Frage sind, zumindest vor\u00fcbergehend, weniger polarisierend und mobilisierend, als Debatten zu Migration, Identit\u00e4t und \u2013 speziell im deutschen Kontext \u2013 Umweltschutz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie l\u00e4sst sich das Ende des deutschen Zweieinhalbparteiensystems erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Warum verliert die Mitte? Wie konnte die AfD so stark werden? Wem wird die Neuordnung des Parlaments am kommenden Sonntag zugutekommen?<\/p>\n<p>Mit einer innovativen Methode hat Jean-Yves Dormagen die deutsche W\u00e4hlerschaft in Cluster unterteilt. 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